Ex-Direktorin: "Recht des Kindes anerkennen" und Home Schooling abschaffen

21. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Die Bildungsexpertin und langjährige Schuldirektorin Heidi Schrodt fordert im PULS 24 Interview, die Regelung für Heimunterricht in Österreich abzuschaffen. Das Elternrecht auf Heimunterricht widerspreche klar dem Recht des Kindes, meint sie.

Mit dem heurigen Schulbeginn ist die Zahl der Schulkinder, die von ihren Eltern von der Schule ab- und für den Heimunterricht angemeldet wurden, drastisch angestiegen. Mehr als 7.500 Kinder werden in diesem Semester von ihren Eltern zu Hause unterrichtet. Für Bildungsexpertin Heidi Schrodt ein Warnsignal.

Die Vorsitzende der Initiative "Bildung Grenzenlos" und ehemalige Schuldirektorin sieht beim Elternrecht auf Heimunterricht das Kinderrecht auf Bildung und soziale Entwicklung verletzt. Den Kindern im Heimunterricht würde "etwas ganz Wichtiges" entgehen, "nämlich das Miteinander, das soziale Lernen", so Schrodt.

"Von Unterrichtspflicht zur Schulpflicht übergehen"

Sie fordere deshalb die Abschaffung des Rechts auf Heimunterricht und "von der Unterrichtspflicht zur Schulpflicht übergehen". Das Elternrecht würde dem Kinderrecht hier entgegenstehen.

Über die Motive, warum so viele Eltern ihre Kinder von der Schule abmelden, könne man aufgrund fehlender Studien nur mutmaßen. Es gebe aber sicherlich unterschiedliche Motivationen: Während manche Eltern ihren Kindern die regelmäßigen Tests ersparen wollen oder Corona-Maßnahmen grundsätzlich ablehnen, würden andere ihre Kinder aus Angst vor Ansteckung in der Schule zu Hause behalten.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos