Italien
Erster Fall in Europa: Mann mit Vogelgrippe-Virus infiziert
Bei dem Infizierten handelt es sich um einen in der Lombardei lebenden Mann aus Afrika, der sich dort mit dem Virusstamm H9N2 angesteckt hat. Alle Personen, die Kontakt mit dem Mann hatten, wurden negativ getestet.
Dies bestätigt, dass bisher keine Übertragung des Vogelgrippevirus A(H9N2) von Mensch zu Mensch bei Vogelgrippeviren nachgewiesen wurde. "Es besteht daher keine Alarmlage in Italien", versicherte der Epidemiologe Gianni Rezza laut Medienangaben. Dennoch sei die Überwachung durch das Gesundheitsministerium aktiv.
Seit 1998 weltweit 195 infizierte Menschen
Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurden seit 1998 und bis zum 27. Februar 2026 weltweit 195 Fälle von A(H9N2) beim Menschen in zehn Ländern in Asien und Afrika gemeldet. Zwei Infektionen verliefen tödlich.
Es wurden bisher weder Cluster von Infektionen mit Influenza A(H9N2) beim Menschen noch dokumentierte Fälle einer Übertragung von Mensch zu Mensch gemeldet. Der direkte Kontakt mit infizierten Vögeln oder kontaminierten Umgebungen gilt als wahrscheinlichste Infektionsquelle für Vogelgrippeviren beim Menschen.
Menschliche Fälle eines anderen, aggressiveren Stamms - H5N1 - wurden - wenn auch sehr selten - in den vergangenen Jahren in England, Spanien und der Türkei sowie in Asien und Afrika nachgewiesen. Insgesamt wurden seit Beginn der 2000er-Jahre weltweit etwa tausend Infektionen mit H5N1 registriert, mit einer hohen Sterblichkeitsrate. Im Allgemeinen erfolgt die Ansteckung mit Viren durch direkten Kontakt mit infiziertem Geflügel oder mit kontaminierten Umgebungen oder Materialien. Das Virus befällt vor allem Vögel, wurde aber auch bei mehreren Säugetieren gefunden.
Zusammenfassung
- In Italien wurde erstmals in Europa ein Mensch mit dem Vogelgrippevirus H9N2 infiziert, wie das Gesundheitsministerium bestätigte.
- Seit 1998 gab es weltweit 195 H9N2-Fälle beim Menschen in zehn Ländern, davon zwei mit tödlichem Verlauf, wobei bisher keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung nachgewiesen wurde.
- Alle Kontaktpersonen des in der Lombardei lebenden Mannes wurden negativ getestet, das italienische Gesundheitsministerium sieht daher keine Alarmlage, hält aber die Überwachung aufrecht.
