Vorsitzende der Opferschutzkommission: Zölibat-Ende erwägen
Das Risiko von Missbrauch sei bereits minimiert worden, "weil diese geschlossenen Systeme, in denen Missbrauch stattgefunden hat, nicht mehr existieren", so List. "Es gibt keine kirchlichen Heime mehr. Es gibt keine Zöglinge mehr, die dort zwangsweise eingewiesen wurden." Allgemein habe die katholische Kirche in Österreich in ihren Augen "ausreichend Verantwortung" übernommen, was in anderen Ländern nicht der Fall sei.
Die Präsidentin des Landesgerichtes für Strafsachen Graz hat mit 1. Jänner den Vorsitz der vor über 15 Jahren ins Leben gerufenen Kommission übernommen. Anders als vor Gericht, gehe es bei der Kommission um Plausibilitätsverfahren. Man haben es mit Beschuldigten zu tun, die in den meisten Fällen verstorben seien und teilweise alt, krank und nicht mehr fähig sind, sich gegen die Vorwürfe zu wehren. Zudem gehe es um Vorfälle, die oft weit in der Vergangenheit liegen.
Zusammenfassung
- Caroline List, seit 1. Jänner Vorsitzende der Unabhängigen Opferschutzkommission, hält ein Ende des Zölibats in der katholischen Kirche als Ansatz zur Missbrauchsprävention für erwägenswert.
- Das Missbrauchsrisiko in der Kirche sei laut List bereits gesunken, da geschlossene Systeme wie kirchliche Heime und Zwangseinweisungen von Zöglingen nicht mehr existieren.
- Die Kommission, die seit über 15 Jahren besteht, behandelt überwiegend Fälle aus der Vergangenheit, bei denen viele Beschuldigte verstorben, alt oder krank sind.
