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Ermittlungen nach Tramunfall in Mailand mit zwei Toten

Heute, 12:06 · Lesedauer 2 min

Nach dem schweren Straßenbahnunfall mit zwei Toten und rund 50 Verletzten am Freitag in Mailand hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Tramfahrer eingeleitet. Ihm wird fahrlässige Tötung und schwere Körperverletzungen vorgeworfen. Der 60-jährige Fahrer, der in 35 Jahren Berufstätigkeit noch nie in einen Unfall verwickelt war, gab laut Berichten vom Montag an, nach einem Schwächeanfall die Kontrolle über die Straßenbahn nach einer scharfen Kurve verloren zu haben.

Die Ermittler prüfen außerdem, warum das automatische Notbremssystem nicht ausgelöst und den Unfall verhindert hat. Vor dem Unglück soll der Fahrer eine Haltestelle missachtet haben. Das Fahrzeug entgleiste bei hoher Geschwindigkeit und prallte gegen ein Gebäude. Der Fahrer wurde im Rahmen der Ermittlungen von der Stadtpolizei und der Staatsanwaltschaft Mailand angehört. Er wurde einem Drogen- und Alkoholtest unterzogen, der negativ ausfiel.

Die Staatsanwaltschaft teilte am Montag zudem mit, dass es eine Verwechslung bei den Identitäten der Unfallopfer gegeben habe. Ein 56-jähriger Senegalese, der zunächst als Todesopfer angegeben wurde, sei am Leben und befinde sich in kritischem Zustand im Krankenhaus. Die Ermittler versuchen, die Angehörigen einer weiteren Person afrikanischer Herkunft zu erreichen, die zusammen mit einem 59-jährigen Italiener bei dem Unfall ums Leben gekommen ist.

Zusammenfassung
  • Nach einem Straßenbahnunfall in Mailand mit zwei Toten und rund 50 Verletzten wird gegen den 60-jährigen Fahrer wegen fahrlässiger Tötung und schwerer Körperverletzung ermittelt.
  • Der Fahrer gab an, nach einem Schwächeanfall die Kontrolle verloren zu haben; das automatische Notbremssystem griff nicht ein und die Tram entgleiste bei hoher Geschwindigkeit.
  • Eine Verwechslung bei den Unfallopfern führte dazu, dass ein 56-jähriger Senegalese fälschlich als tot gemeldet wurde, während ein 59-jähriger Italiener tatsächlich ums Leben kam.