APA - Austria Presse Agentur

Ermittler haben heiße Spur zu flüchtigem Wirecard-Vorstand Marsalek

20. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Der Ex-Wirecard-Finanzvorstand Jan Marsalek ist seit Auffliegen des Wirecard-Skandals untergetaucht. Nun sollen Ermittler eine heiße Spur zu ihm haben - sie führt in die Vereinigten Arabischen Emirate.

Während Ex-Wirecard-Chef Markus Braun weiterhin in Deutschland in Haft sitzt, gibt es zum Aufenthaltsort des untergetauchten Ex-Finanzvorstands von Wirecard Jan Marsalek nur Vermutungen. Zuletzt wurde er nach seiner Flucht in einem Privatjet aus Österreich in Russland vermutet.

Nun führt eine neue Spur in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), wie das "Handelsblatt" berichtet. Vom Konto eines Mannes aus dem Golfstaat wurde die Jahresmiete für eine Luxuswohnung in München überwiesen, in der Marsaleks langjährige Freundin wohnt. Rund 80.000 Euro gingen im Frühjahr 2021 auf dem Konto des Vermieters ein - gut 6.600 Euro im Monat, gezahlt ein Jahr im Voraus. Absender war ein Mann namens Jamil Uddin Ahmed, das Geld kam von einer Großbank aus den Emiraten. 

Überweisung von 80.000 Euro "für Jan"

Der Vermieter kannte den Mann nicht, die Überweisung war mit "für Jan" gezeichnet. Der Wohnungseigentümer verständigte die Behörden. Diese sehen in der Überweisung nun eine mögliche Spur zu dem Mann, der im Fall Wirecard unter anderem wegen mutmaßlichen Betrugs angezeigt ist.

Marsalek war bei Wirecard für das Asien-Geschäfts zuständig. Er dürfte der Mastermind hinter den Bilanzfälschungen sein, mit dem das Unternehmen Milliardenumsätze in Asien vortäuschte, die es in der Realität nicht gab.

Ein anderer Vertrauter von Marsalek - Henry O'Sullivan - ist erst kürzlich in Singapur festgenommen worden. Der 46-jährige Brite sitzt dort nun im Gefängnis. Er wurde wegen Beihilfe zur Veruntreuung von Wirecard-Vermögen gesucht.

Mehr dazu

In Deutschland soll die Anklageschrift im Fall Wirecard noch dieses Jahr fertiggestellt werden. Der Wirecard-Skandal hat einen Milliardenschaden verursacht. In Deutschland gab es dazu bereits einen parlamentarischen U-Ausschuss.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos