APA - Austria Presse Agentur

Dritter Corona-Impfstoff aus russischer Entwicklung kommt

20. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Im Kampf gegen das Coronavirus hat Russland einen dritten Impfstoff freigegeben. Die ersten 120.000 Dosen des Vakzins CoviVac sollten bereits im März ausgeliefert werden, sagte Ministerpräsident Michail Mischustin am Samstag in Moskau. Bis Jahresende sollen demnach 20 Millionen Dosen produziert werden. Umfangreiche klinische Studien liegen dazu aber noch nicht vor. Mischustin gab sich jedenfalls stolz: "Russland ist heute das einzige Land, das bereits drei Impfstoffe hat."

Der Wirkstoff wurde am Tschumakow-Forschungszentrum für immunobiologische Präparate der Russischen Akademie der Wissenschaften entwickelt. Die Wirksamkeit soll nach Mischustins Angaben auf Basis von Zwischenergebnissen bei mehr als 90 Prozent liegen. Die Tests seien aber noch nicht abgeschlossen, hieß es.

Russland hatte Mitte August mit Sputnik V den weltweit ersten Corona-Impfstoff für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben - obwohl zu diesem Zeitpunkt noch wichtige Tests fehlten. Der Wirkstoff ist mittlerweile in rund 30 Ländern registriert. In Russland haben aber erst mehr als 2,2 Millionen Menschen mindestens eine von zwei notwendigen Injektionen bekommen. Das entspricht etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung des riesigen Landes.

Daran hatte es vielfach Kritik gegeben, zuletzt von der EU. "Wir erhöhen ständig das Tempo der Impfstoffproduktion", sagte Mischustin. Es seien bereits mehr als zehn Millionen Dosen von Sputnik V hergestellt worden. Zudem lägen 80.000 Dosen des zweiten russischen Impfstoffes EpiVacCorona vor. Nach früheren Angaben soll der Wirkstoff im nächsten Monat in Russland zum Einsatz kommen.

Vizeregierungschefin Tatjana Golikowa zufolge wird Sputnik V an sieben Standorten hergestellt. Drei weitere seien in Vorbereitung. Sie forderte, dass noch mehr Menschen über 65 Jahre mit den Vakzinen vor einer Erkrankung geschützt werden sollten.

Der 68-jährige Kremlchef Wladimir Putin hat sich bisher noch nicht gegen Corona impfen lassen. Seit Jahresbeginn sinkt ist die Zahl der Neuinfektionen in Russland gesunken - zuletzt auf rund 12.900 binnen einem Tag am Samstag.

Quelle: Agenturen