Rotes Kreuz
Aufruf zur dringenden Blutspende: Lage "besorgniserregend"
Während immer weniger Blut-Spender:innen zur Verfügung stehen, steigt der Bedarf in den Spitälern hingegen stark. Der Lagerbestand sei österreichweit "besorgniserregend".
"Innerhalb einer Woche haben sich unsere Konserven-Ausgaben nahezu verdoppelt", berichtete ÖRK-Bundesrettungskommandant Gerry Foitik. "Damit wir weiterhin alle Patientinnen und Patienten mit lebensrettendem Blut versorgen können, rufen wir alle gesunden Erwachsenen auf, zur Blutspende zu kommen." Termine können auf der Webseite vereinbart werden.
"Alle 90 Sekunden wird in Österreich eine Blutkonserve benötigt"
Wer krank war, muss Wartefristen einhalten, bevor er wieder Blut spenden gehen kann. Die Richtwerte sind wie folgt: leichter, banaler Infekt (Temperatur weniger als 38 Grad Celsius, keine starke Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes) sieben Tage, hoch fieberhafter Infekt (Temperatur über 38 Grad, stark beeinträchtigter Allgemeinzustand) vier Wochen nach Beschwerdefreiheit bzw. nach der letzten Antibiotikaeinnahme.
"Alle 90 Sekunden wird in Österreich eine Blutkonserve benötigt", sagte Foitik. "Blut kann weder künstlich hergestellt noch ersetzt werden, und Konserven sind nur 42 Tage haltbar. Jede einzelne Spende zählt und kann jemandem das Leben retten."
Video: Blutspenden dringend gesucht
Bedarf im Winter angestiegen
"Wegen vieler Unfälle und Operationen bei Schnee und Glätte ist der Bedarf an Blutspenden in den Spitälern stark gestiegen", erläuterte Antonia Müller, Leiterin der Universitätsklinik für Transfusionsmedizin und Zelltherapie von MedUni Wien/AKH Wien. "Gleichzeitig werden auch ausreichend Blutkonserven für die Behandlung von schweren chronischen Krankheiten benötigt."
Besonders chronisch Kranke mit schwachem Immunsystem seien während Infektionen oft auf Bluttransfusionen angewiesen. Die in diesem Jahr früh eingesetzte Grippewelle mit schweren Infekten habe diese Situation zusätzlich verschärft.
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Wartezeiten und Voraussetzungen
Da auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) von der Krankheitswelle nicht verschont sind, könne es vereinzelt zu Wartezeiten beim Spenden kommen, so Foitik. Er appellierte: "Jeder von uns kann einmal selbst auf eine lebensrettende Blutspende angewiesen sein."
Spenden dürfen grundsätzlich alle Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren (Erstspender bis zum 60. Geburtstag), die gesund sind und gewisse gesetzliche Voraussetzungen erfüllen. Mitzubringen sind ein gültiger Ausweis und etwas Zeit.
Video: Blutspenden bleiben unverzichtbar
Zusammenfassung
- Das Rote Kreuz und die MedUni/AKH Wien warnen vor einem österreichweit 'besorgniserregenden' Mangel an Blutkonserven und rufen dringend zur Spende auf.
- Wegen der aktuellen Grippewelle ist die Zahl der Spenderinnen und Spender stark gesunken, während sich die Ausgaben an Blutkonserven innerhalb einer Woche nahezu verdoppelt haben.
- Alle 90 Sekunden wird in Österreich eine Blutkonserve benötigt, Spenden sind für gesunde Erwachsene zwischen 18 und 70 Jahren möglich und können online auf www.blut.at vereinbart werden.
