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Drei Viertel für Mitzahlen bei Skiunfall abseits der Piste

11. März 2026 · Lesedauer 3 min

Neben der präparierten Piste im Tiefschnee talwärts fahren - da hört sich für viele der Ski-Spaß auf. 42 Prozent würden das grundsätzlich verbieten lassen, 45 Prozent bei erhöhter Lawinengefahr. Passiert - bei hoher Lawinengefahr - trotzdem etwas, sollen die Unfallverursacher sich an den Rettungseinsätzen und Behandlungskosten beteiligen, finden 76 Prozent der Befragten. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Market-Instituts Linz.

Während 51 Prozent der Frauen und Älteren über 50 Jahren das Fahren abseits gesicherter Skipisten grundsätzlich verbieten wollen, möchten dies nur ein Viertel der Jüngeren (16 bis 29 Jahre) und knapp ein Drittel der Männer. Fünf Prozent aller Befragten - bei den Jüngeren elf Prozent - würden das Abseitsfahren mit ausreichender Fachkenntnis auch bei erhöhter Lawinengefahr gestatten, drei Prozent sind überhaupt der Meinung, jeder soll selbst entscheiden dürfen, wo er fährt. Befragt wurden 843 Personen, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, in Online-Interviews am 2. und 3. März 2026.

Kommt es durch fahrlässiges Verhalten zu Unfällen mit Rettungseinsätzen und Behandlungskosten, so sollten die Verursacher selbst zumindest einen Teil der Kosten übernehmen, meinen 76 Prozent der Befragten im Fall vom Skifahren abseits gesicherter Pisten oder Tourengehen bei hoher Lawinengefahr. Wieder gibt es Unterschiede nach dem Alter, von den Jüngeren wollen 58 Prozent die Verursacher zur Kasse bitten, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 66 Prozent und bei den Ü-50-Befragten ganze 89 Prozent.

72 Prozent würden alkoholisierte Autofahrer im Fall eines Unfalls zahlen lassen, 65 Prozent jene, die eine Wegsperrung oder ein Betretungsverbot missachten, 58 Prozent Bergwanderer ohne ausreichende Ausrüstung und 57 Prozent Raser auf vier oder zwei Rädern. Bei all diesen Szenarien zeigten sich die jüngeren Befragten stets kulanter als die Älteren. Beim Handynutzen am Steuer sowie beim Ski- und Radfahren ohne Helm sind die 16- bis 29-Jährigen aber strenger als die nächsthöhere Altersgruppe, wenn auch noch milder als die Über-50-Jährigen, die sehr hohe Maßstäbe anlegen und die Unfallverursacher in allen Situationen am stärksten in die Pflicht nehmen.

Drei Prozent auf jeden Fall gegen Kostenbeiträge

Beim Verlassen markierter Wanderwege sowie bei Risikosportarten wie Paragliding, Basejumping und Ähnlichem würden 47 Prozent der Befragten im Fall eines Unfalls die Verursacher etwaige Kosten - teilweise - übernehmen lassen. 35 Prozent sehen eine Haftung bei Mountainbiken auf besonders schwierigen Trails, 23 Prozent beim Unterschätzen von Wetterumschwüngen als gerechtfertigt an. Drei Prozent würden bei keiner der Aktivitäten verlangen, dass Unfallverursacher einen Kostenbeitrag leisten.

Zusammenfassung
  • 76 Prozent der Österreicher sprechen sich dafür aus, dass Unfallverursacher bei Rettungseinsätzen und Behandlungskosten nach Lawinenunfällen abseits gesicherter Skipisten zumindest einen Teil der Kosten übernehmen sollen.
  • 42 Prozent wollen das Fahren im Tiefschnee grundsätzlich verbieten und 45 Prozent fordern ein Verbot bei erhöhter Lawinengefahr, wobei vor allem Frauen und Über-50-Jährige für strengere Regeln plädieren.
  • Die repräsentative Umfrage des Market-Instituts Linz mit 843 Personen zeigt, dass nur drei Prozent grundsätzlich gegen eine Kostenbeteiligung bei Unfällen in Risikosituationen sind.