APA - Austria Presse Agentur

Erste Einblicke in die Grazer "Steiermark-Schau"

17. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Die Steiermark-Schau wird am 9. April als neues Format des Universalmuseums Joanneum in Graz eröffnet. Am Mittwoch gab das Museum für Geschichte als eines der beteiligten Häuser erste Einblicke in die Ausstellung "Was war. Historische Räume und Landschaften". Dabei geht es um das Wechselspiel zwischen Mensch und Natur. "Wir interessieren uns für die Spuren menschlichen Tuns", erläuterte die Leiterin des Museums, Bettina Habsburg-Lothringen bei einer Online-Pressekonferenz.

Die Ausstellung soll zeigen, "wie die Steiermark aus ihrer Geschichte heraus zu sehen ist", meinte Kulturlandesrat Christopher Drexler (ÖVP). Derzeit gehe es darum, "einen Eindruck zu vermitteln, wo wir zwei Monate vor der Eröffnung stehen", betonte Habsburg-Lothringen. Für das Projekt sei man der Frage nachgegangen "worauf schaut man, wenn man zurückschaut?". Der Raum habe schon immer die Geschichte definiert. "Wir fangen mit der Sesshaftwerdung der Menschen in der Steiermark vor rund 5.300 Jahren an", sagte die Museums-Leiterin.

Die Ausstellung zeigt Spuren und Ablagerungen des Zeitlichen in zwölf Kapiteln. In Form einer Wanderung durch alle Regionen der Steiermark wird an konkreten Beispielen dargestellt, wie sich jede Zeit oder Epoche in den Raum und in die Landschaft eingeprägt haben. Das soll anhand von Objekten geschehen, die teilweise noch nie zu sehen waren. "Wir werden sie aber nicht auf rotem Samt präsentieren, sondern als Treibgut", beschrieb es Habsburg-Lothringen. Gezeigt werden beispielsweise Grabsteine und Fragmente der Grazer Burg, Reste einer gotischen Kirchenorgel, ein mittelalterlicher Pranger, ein Beichtstuhl, Schienen aus Donawitz, Teile einer "Frankfurter Küche" oder das Skelett einer Kinokasse. Ergänzt werden diese Objekte durch Karten, Skizzen, Grafiken und Statistiken. "Wir arbeiten mit Plänen und Karten, die Weltsysteme und Denkmodelle zeigen", führte Habsburg-Lothringen aus. Neben historischen Fotografien wird es auch eine durchgehende Soundinstallation geben.

Wichtig für die Ausstellung werden auch Struktur- und Einzelmodelle sein. Sie fungieren als Dokumente raumbildender Maßnahmen, zur Anschauung von Städten und Dörfern, geben einen Blick auf Klosteranlagen oder Industriekomplexe und zeigen eine räumliche und zeitliche verdichtete Steiermark im Kleinformat. Viele Modelle wurden aus regionalen Museen oder Kirchen entlehnt, einige wurden speziell für die Schau angefertigt. Zu sehen ist die von Ulrich Becker, Walter Feldbacher und Bettina Habsburg-Lothringen kuratierte Ausstellung bis 31. Oktober.

( S E R V I C E - "Was war. Historische Räume und Landschaften". Die Steiermark-Schau im Museum für Geschichte. Von 10. April bis 31. Oktober, www.steiermarkschau.at)


Quelle: Agenturen