APA - Austria Presse Agentur

Corona-Ampel: Fallzahlen steigen in acht von neun Bundesländern

12. Aug 2021 · Lesedauer 3 min

Die Hinweise, dass die vierte Welle kommt oder schon begonnen hat, erkennt man an der Corona-Ampel. Vier Bundesländer wurden von der Kommission aktuell nach unten gestuft, in acht von neun Bundesländern steigen die Zahlen.

Salzburg, Tirol (inklusive Osttirol) und Vorarlberg sind nun gelb (mittel), das Burgenland verlor seinen grünen Status. Damit sind sechs Bundesländer mit geringem Infektionsrisiko bewertet: Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, das Burgenland, die Steiermark und Kärnten. Das Infektionsrisiko in Österreich bewertet die Corona-Kommission insgesamt als gering, der Beginn der 4. Welle zeichnet sich aber ab.

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) sagte bei "oe24" dass wegen der steigenden Infektionen eine allgemeine Indoor-Maskenpflicht geprüft werde. "Wir prüfen laufend, ob hier eine Ausweitung notwendig ist", hieß es gegenüber der APA. Derzeit gilt in Österreich an allen Orten des täglichen Bedarfs, also etwa Lebensmittelgeschäften, Öffis, Drogerien oder Apotheken eine Maskenpflicht. Sie könnte im Herbst wieder ausgeweitet werden.

In den Kriterien der Ampel-Kommission wurde unter anderem die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner in Salzburg, Tirol und Vorarlberg mit orange bewertet. In allen drei Bundesländern liegt der Wert inzwischen weit über 50 - von 59,6 in Vorarlberg über 63,3 in Tirol bis zu 67,9 in Salzburg (Stand am 10. August).

Zahlen steigen außer in Salzburg überall

Das Systemrisiko, das die potenzielle Auslastung in den Intensivstationen bewertet, wurde jedoch in allen Bundesländern als gering für eine Überlastung eingeschätzt. Problematisch ist aber auch die effektive Reproduktionszahl, also jener Faktor, der schätzt, wie viele weitere Menschen durch einen Infizierten angesteckt werden. Liegt sie über 1, steigen die Fallzahlen. Und das ist mit Ausnahme Salzburgs (genau 1,0) in allen Bundesländern so, am höchsten mit 1,15 in Tirol.

Die mit Abstand schlechteste Sieben-Tages-Inzidenz weist übrigens Osttirol auf - mit 356,5 (Bezirk Lienz). Dort gelten seit Mittwochmitternacht schärferen Corona-Maßnahmen, Beschränkungen bei Festen und in zwei Gemeinden Ausreisetests.  

Im oberösterreichischen Kirchdorf an der Krems liegt die Sieben-Tages-Inzidenz mit 124,2 ebenfalls deutlich über 100. In Wels Stadt wurde der Wert mit 92,6 angegeben.

Neuinfektionen auf hohem Niveau

Die Corona-Zahlen in Österreich bleiben auf einem hohen Niveau. Nachdem am gestrigen Mittwoch über 900 Neuinfektionen registriert wurden - der höchste Wert seit Ende Mai - sind es am heutigen Donnerstag 850 neue Corona-Fälle. Am Donnerstag einer Woche waren es 505 Fälle. Die Sieben-Tages-Inzidenz stieg auf 50,7 Fälle pro 100.000 Einwohner. 

Das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tages-Inzidenz ist derzeit Salzburg mit 70,4, gefolgt von Tirol mit 68,8 und Vorarlberg mit einer Inzidenz von 63.

Quelle: Agenturen