Walzer: Ausbreitungs-Geschwindigkeit der Affenpocken ist "Warnung"

23. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Christian Walzer von der Vetmeduni besorgen die Affenpocken nicht, die schnelle Ausbreitung hätte sich aber niemand vorstellen können. Die nächste Pandemie komme "unweigerlich". Man müsse in Prävention in jenen Ländern investieren, in denen die Erkrankungen entstehen.

Endemische Ausbrüche der Affenpocken hätten zwar in letzter Zeit in Afrika zugenommen, seien bisher jedoch auf Zentral- und Westafrika beschränkt geblieben, beschreibt Christian Walzer, Professor im Bereich Conservation Medicine an der Vetmeduni.

Ausbreitung mit enormem Tempo

Überraschend sei, dass sich das Virus nun innerhalb von zehn Tagen auf vier Kontinente und 13 Länder ausgebreitet habe. "Niemand konnte sich das Ausmaß der Geschwindigkeit der Ausbreitung vorstellen", das würde an das Coronavirus erinnern.

Nächste Pandemie kommt "unweigerlich"

Die aktuelle Ausbreitung der Affenpocken sei eine Warnung, so Walzer. Infektionskrankheiten tierischen Ursprungs aus "fernen Ländern" werden in Zukunft viel öfter passieren. "Wir müssen in die Vorsorge vor Ort investieren." Pandemie- und Epidemie-Prävention müsse an den Ursprung zurück. "Wir können uns nicht drauf verlassen, dass wir uns nur vorbereiten auf die nächste Pandemie. Die kommt unweigerlich", auch wenn es hoffentlich nicht die Affenpocken seien.

Die Affenpocken an sich seien nicht besorgniserregend und ohne weitere Untersuchungsergebnisse ließe sich noch nicht einmal eine Risikogruppe definieren. Aber ein anderer über die Luft übertragbarer Virus könne jederzeit entstehen "und sich schnell ausbreiten". Das würde laut dem Forscher unterschätzt.

Christian Walzer ist Professor im Bereich Conservation Medicine an der Veterinärmedizinischen Universität Wien und Executive Director Health der Wildlife Conservation Society in New York.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam