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Chef des Robert Koch-Instituts legt Amt nieder

11. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) Lothar Wieler legt mit 1. April 2023 sein Amt nieder.

Lothar Wieler verlässt nach fast acht Jahren das Robert Koch-Institut (RKI). Wieler habe das Amt des RKI-Präsidenten auf eigenen Wunsch und im Einvernehmen mit dem Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) niedergelegt, teilten das RKI und das deutsche Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch mit.

Demnach werde Wieler das Institut mit 1. April 2023 verlassen und sich "neuen Aufgaben in Forschung und Lehre" widmen. Details wurden zunächst nicht genannt.

Zentrale Figur in Corona-Pandemie

Wieler war in der Corona-Pandemie in Deutschland eine zentrale Figur. Der studierte Mikrobiologe und Tiermediziner informierte in Pressekonferenzen regelmäßig über die jüngsten Entwicklungen in der Pandemie. Zuletzt trat der RKI-Chef seltener in die Öffentlichkeit.

Durch seine eher strengere Haltung in Bezug auf die Corona-Schutzmaßnahmen erntete Wieler von einigen Seiten Kritik, zum Beispiel von der FDP. Im Oktober 2021 berichtete Wieler davon, dass er teilweise für bestimmte Corona-Maßnahmen verantwortlich gemacht werde und sogar Morddrohungen deswegen erhalten habe.

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Danke "im Namen der gesamten Regierung"

Wieler zeigte sich am Mittwoch nun dankbar dafür, während der Pandemie "an exponierter Position zusammen mit einem motivierten Team hervorragender Expertinnen und Experten" gearbeitet zu haben.

Der deutsche Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dankte dem RKI-Chef "im Namen der gesamten Bundesregierung ganz herzlich". Wieler habe sich "bei der Bewältigung der Pandemie für das Land bleibende und herausragende Verdienste erworben". Lauterbach zufolge wäre Deutschland ohne Wieler "deutlich schlechter durch diese Pandemie gekommen".

Dijana DjordjevicQuelle: Redaktion / ddj