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Deutschland: RKI-Präsident Wieler bekommt Morddrohungen

15. Okt. 2021 · Lesedauer 2 min

RKI-Präsident Lothar Wieler berichtet in einem Interview von teils massiven Drohungen gegen seine Person. Die seien besonders dann schlimm, wenn er für bestimmte Corona-Maßnahmen verantwortlich gemacht werde.

Der Präsident des deutschen Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, sieht sich massiven Bedrohungen ausgesetzt. "Ich wünschte, die Lage wäre angenehmer, aber ich bekomme immer noch Drohungen", sagte Wieler den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Wenn etwa öffentlich behauptet werde, er sei dafür verantwortlich, dass Schulen geschlossen würden, oder wenn irgendwo die Behauptung stehe, er wolle Lockdown statt Freiheit, "dann nehmen die Drohungen, auch die Morddrohungen, massiv zu".

Kritik an unvollständigen Impfdaten

Der RKI-Chef verteidigte sein Institut erneut gegen Kritik wegen unvollständiger Impfdaten. "Die offiziell gemeldeten Daten sind die Mindestimpfquote. Wir können die tatsächliche Impfquote nur schätzen", räumt Wieler in dem Interview ein. "Wir können nur sagen, dass bis Ende September bis zu 84 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal geimpft wurden und bis zu 80 Prozent vollständig."

Dafür können aber nicht das RKI verantwortlich gemacht werden, betont der Institutspräsident. Die Meldung der Impfstellen sei gesetzlich festgeschrieben und müsse sowohl vollständig als auch zeitnah erfolgen. Wieler kritisiert in diesem Zusammenhang das schleppende Tempo bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens. "Es liegt an Ressourcen, an den vielen unterschiedlichen Abrechnungssystemen, den unterschiedlichen Interessen von Ärzten, Kassen und Kliniken, aber auch am Datenschutz."

Quelle: Agenturen / Redaktion / apb