Brodnig: Wie man von Impf-Skeptikern gehört wird

15. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Autorin und Journalistin Ingrid Brodnig gibt Tipps, wie ein Überzeugungs-Gespräch mit Impfskeptikern funktionieren kann und welche Verschwörungsmythen kursieren.

Brodnig beschäftigt sich praktisch seit dem Ausbruch der Pandemie mit dem Entstehen von Verschwörungstheorien rund um das Corona-Virus, mit Impfskepsis und mit Betroffenen. Sie hat unter anderem das Buch "Einspruch! Verschwörungsmythen und Fake News kontern" veröffentlicht. 

Auf PULS 4 zählt sie einige der verbreitetsten Aussagen auf. Drei von vier Skeptikern seien der Meinung, der Impfstoff sei nicht ausreichend erprobt, zwei von drei zweifeln an der Sicherheit der Impfung und 13 Prozent der Befragten halte ihr Kinderwunsch von der Impfung ab. Jeder der Punkte sei widerlegbar. Der letzte sitze der Falschmeldung auf, dass die Corona-Impfung fruchtbarkeitsschädigend sei. 

Wie sich die Corona-Impfung auf Frauen, Schwangere, Babys und beim Stillen auswirkt

Gynäkologin Petra Kohlberger im PULS 4 Talk über Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Stillen vor dem Hintergrund einer Corona-Impfung.

Ungeimpfte reden Corona klein

Bei Ungeimpften, so Brodnig, sei die Chance größer, dass sie Corona nicht ernst nehmen und klein reden. Erst "wenn Leute an die Ernsthaftigkeit der Krankheit glauben" sei die Chance höher, dass sie sich auch impfen lassen. 

Keinen Druck machen, Sorgen ernst nehmen

Die Autorin empfiehlt, Zweiflern und Unsicheren Schicksale zu schildern. "Beispiele beeindrucken Menschen", weiß sie. Auch solle man im Gespräch "den Druck herausnehmen" und die Sorgen der Menschen ernst nehmen. Oft sei es besser, Informationen erst sickern zu lassen. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass Wochen nach einem Gespräch Menschen zu ihr kommen, um ihr mitzuteilen, dass sie jetzt doch geimpft sind. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam