Corona: Hausärzte dürfen auch Jüngere impfen, 3. Teilimpfung ab Herbst

20. Mai 2021 · Lesedauer 3 min

Hausärzte müssen sich bei der Corona-Impfung nicht mehr strikt an die Alterspriorisierung halten. Zusätzlich wird ab Herbst beginnend mit Hochrisikogruppen eine dritte Teilimpfung verabreicht.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfang Mückstein (Grüne) nach einer Beratung mit Experten bekannt gegeben, dass Hausärzte bei der Corona-Impfung auch Personen außerhalb der priorisierten Altersgruppen impfen dürfen. Dass die Impfung für alle Altersgruppen freigegeben wird, stimmt entgegen früherer Berichte nicht. Das stellte unter anderem der Sprecher von Wien Gesundheitsstadtrat Hacker klar.

Mückstein: Priorisierung bei Hausärzten aufgeweicht

Ärztinnen und Ärzte dürfen, so der Gesundheitsminister, nach dem individuellen Risiko der Menschen entscheiden, ob sie impfen. Die Alterspriorisierung bleibe zwar bestehen, aber der Arzt habe die Möglichkeit, auch Jüngere zu impfen, wenn Impfstoff vorhanden sei. Wöchentlich würden 400.000 bis 500.000 Impfstoffdosen geliefert, es würden teils bis zu 100.000 Menschen geimpft. 

Bald Impfzulassung für 12- bis 15-Jährige

Der Gesundheitsminister kündigte außerdem an, dass die EMA kurz vor einer Zulassung von Impfstoff für Kinder von 12 bis 15 Jahren steht. Das Biontech/Pfizer-Vakzin stehe für diese Altersgruppe "unmittelbar" vor einer Zulassung, so Mückstein.

3. Corona-Impfung im Herbst

Steiermarks Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) kündigte nach der Landeshauptleute-Konferenz in Bad Aussee für Herbst die dritte Corona-Teilimpfung an. Gesundheitsminister Mückstein und Bundeskanzler Kurz tauschen sich dazu am Donnerstag auch mit Experten aus. Der Gesundheitsminister brachte die Idee einer weiteren Corona-Immunisierung auf PULS 24 schon Anfang Mai ins Gespräch. 

Laut Experte Herwig Kollaritsch geht man von einer Impf-Wirkungsdauer von sechs bis neun Monaten aus. Daher habe man sich für den Herbst als Zeitpunkt für die nächste "Booster-Impfung" entschieden. Nun werde an der Logistik gearbeitet, um die Verabreichung zu ermöglichen. Es sei angedacht, jedem Geimpften eine Empfehlung zukommen zu lassen, wann eine Auffrischung fällig sei. 

Start mit Hochrisiko-Patienten

Man wird die dritte Runde der Impfungen wieder mit den Hochrisiko-Patienten beginnen, so der steirische Landeshauptmann. Er stellte auch in den Raum, für bestimmte Berufsgruppen Impfungen verlangen zu können. Schützenhöfer kündigte auch an, dass die Priorisierung bei Hausärzten wegfallen soll. 

Wien: Gastro-Mitarbeiter so oft testen wie Gäste

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) kündigte an, dass bei den verpflichtenden Corona-Tests eine Angleichung zwischen Gästen und Gastro-Mitarbeitern stattfinden soll. Die Test-Kapazitäten seien durch die in Wien laufende "Alles gurgelt"-Initiative gegeben. 

Lockerung der Maskenpflicht möglich

Bundeskanzler Kurz verwies in einer anschließenden Pressekonferenz auf eine Sitzung am 28. Mai, in der Fragen wie eine mögliche Lockerung der Maskenpflicht diskutiert werden soll. Experten stellten in den vergangenen Tagen ein Ende im Juni in Aussicht.

 

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels wurde berichtet, dass die Bundesregierung die Impfung für alle Altersgruppen öffnen würde. Das ist falsch, da die Impfpriorisierung und -planung Zuständigkeit der Bundesländer sind. Wir bitten diese Falschdarstellung zu entschuldigen.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam