APA - Austria Presse Agentur

Maskenpflicht könnte im Juni enden

20. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Wenn rund 40 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen durchgeimpft sind, könne man sich die Maskenpflicht auf zum Beispiel Spitäler reduzieren. Das finden mehrere Experten.

Österreich hat aufgesperrt, seit Mittwoch sind Gastro, Kultur und Hotels sowie Sportstätten wieder offen. Natürlich unter strengen Auflagen wie den drei Gs, getestet, geimpft und genesen,  Abstand und indoors mit Maskenpflicht. 

Anreiz für mehr Testungen

Mit dem Anreiz eines Kaffees oder Schnitzels soll auch die Testrate weiter nach oben gehen. Daten aus dem "Austrian Corona Panel" der Uni Wien zeigen, dass rund ein Viertel der Befragten Stand Mitte April mehr als vier Mal pro Monat zum Covid-19-Test, im Vormonat umfasste die Gruppe der Nicht-Tester aber immer noch rund ein Viertel, wie Projektleiter Bernhard Kittel am Mittwoch erklärte.
Komplexitätsforscher Peter Klimek analysierte in "Wien heute", dass mit steigender Testrate auch die Dunkelziffer der Corona-Erkrankten zurückgehen würden und mehr Infektionsfälle gefunden werden. 

Gute Prognose

Auch nach der Öffnung von Lokalen, Sporteinrichtung und Co. gehen die Experten des Covid-Prognose-Konsortiums in ihrer jüngsten Analyse von einer weiterhin sehr positiven Coronavirus-Entwicklung aus. So sollen sich die Neuinfektionen kommende Woche auf täglich rund 460 einpendeln. Außerdem werden für kommenden Mittwoch weniger als 200 Covid-19-Intensivpatienten erwartet. Die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner soll laut der Prognose kommende Woche auf 34,1 sinken.

Maskenpflicht reduzieren

Bei einer Durchimpfung von rund 4o Prozent sei die Infektionskette "sehr gut durchbrochen", attestierte Klimek mit einem Verweis auf andere Länder und nannte Israel und Großbritannien als Beispiel. Sollte das auch in Österreich gelingen, könne man weiter öffnen und bestimmte Maßnahmen beenden. Der Komplexitätsforscher kann sich vorstellen, die Maskenpflicht dann nur noch in sensiblen Bereichen mit hohem Risiko wie Spitälern aufrecht zu erhalten. 

Eine ähnliche Meinung vertritt auch Epidemiologe Gerald Gartlehner. Er erwähnte in der ZiB2 Anfang der Woche, dass er nicht glaubt, dass weitere Lockdowns nötig sein werden. Er erwarte auch keine neue Infektionswelle. Das sah Ende März noch anders aus. Damals warnte die Virologin Dorothee von Laer vor einer weiteren Welle im Herbst. Doch seither gingen die Inzidenzen stark nach unten. 

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam