Affenpocken: Virologe Nowotny erklärt Symptome, Übertragbarkeit und Gefahren

19. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

In den USA und Europa wurde das aus Afrika stammende Affenpocken-Virus nachgewiesen. Virologe Norbert Nowotny erklärt die Symptome, Ansteckungsmöglichkeiten und gibt eine Gefahreneinschätzung ab. Importierte Fälle, so Nowotny, seien auch in Österreich möglich.

Die ersten Symptome einer Affenpocken-Erkrankung seien relativ hohes Fieber zwischen 38,5 und 40,5 Grad, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Lymphknoten-Schwellungen, erklärt Virologe Norbert Nowotny auf PULS 24. Pockenläsionen treten erst später auf. "Leider sind die Menschen zu diesem Zeitpunkt auch schon infektiös", erklärt er. Übertagen werden die Affenpocken über Speichel, sehr nahe Distanz und auch beim Sprechen. Treten die klassischen Läsionen auf, kann man sich auch über Kontakt mit ihnen mit dem Virus infizieren. Dazu käme jetzt anscheinend eine sexuelle Übertragbarkeit.

Auch sexuell übertragbar

Die Affenpocken seien in den USA, Großbritannien, Portugal und Spanien vor allem bei homosexuellen Männern aufgetreten. "Eine sexuelle Übertragung bei Pocken ist zwar theoretisch möglich, ist bisher aber in diesem Ausmaß nicht aufgefallen." Die Ansteckungszahlen seien im geringen zweistelligen Bereich. 

Keine Gefahr bei gutem Immunsystem

Grund zur Sorge seien die Affenpocken laut Nowotny aber nicht. Die Fälle würden extrem selten auftreten, in Österreich wurde noch keiner offiziell nachgewiesen. "Es kann schon sein, dass wir auch den einen oder anderen importierten Fall haben. Da werden wir sehen, wie sich das weiterentwickelt", sagt der Virologe. Für Menschen mit gutem, normalem Immunsystem sei eine Ansteckung "keine große Sache". Bei immungeschwächten Menschen, "ist die Infektion schwerer".

Der echte Pockenvirus ist seit dem letzten aufgetretenen Fall 1974 ausgerottet. Deshalb wurde die weltweite Impfung Anfang der 1980er eingestellt worden. "Jeder, der jünger ist als Geburtsjahrgang 1981/82, hat keinen Schutz mehr gegen diese verschiedenen anderen Vertreter der Pockenviren". 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam