Weltärztepräsident über Impfung für Kinder: "Nutzen muss größer sein als Schaden"

27. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Wenn die Wissenschaft die Datenlage gründlich prüft, dann sei eine Zulassung von Corona-Impfstoffen für Kinder über 12 Jahren zu begrüßen, sagt Frank-Ulrich Montgomery, Weltärztepräsident, im Newsroom LIVE.

Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer könnte demnächst auch an Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren verimpft werden. Die europäischen Zulassungsbehörde EMA will dazu am Freitag eine Entscheidung fällen. Frank-Ulrich Montgomery, Weltärztepräsident, sagt im Newsroom LIVE, dass er davon ausgehe, dass die EMA den Impfstoff und dessen Nebenwirkungen auf Über-12-Jährige gründlich prüfe, bevor es zu einer Zulassung kommt. Wenn die Datenlage es zulassen, dann "ist eine Zulassung mit Sicherheit zu begrüßen", sagt Montgomery.

Auch für Kinder im Kindergartenalter müsse man das Risiko abwägen. Sollten die Nebenwirkungen für diese Altersgruppe schlimmer sein, als eine Erkrankung, "dann wird man diese Kinder nicht impfen dürfen. Die Kernaussage wird immer die gleiche sein: Der Nutzen muss größer sein als der Schaden", erklärt der Weltärztepräsident.

"Die Pandemie wird uns noch lange begleiten"

Politische Entscheidungen über eine Zulassung für jüngere Kinder "dürfen keine Rolle spielen", sagt Montgomery. Die Entscheidung dürfe nicht gefällt werden, um eine "Herdenimmunität für Impfverweigerer hinzubekommen."

Anreize für eine Impfung hält Montgomery prinzipiell für sinnvoll. Vernünftig seien Anreizen, die Freiräumeschaffen, wie die Reisefreiheit. Es sei "immer von Nutzen sich impfen zu lassen", so der Weltärztepräsident. Dennoch sei es wichtig das Testangebot aufrecht zu erhalten, denn solange es Personen gäbe, die nicht geimpft werden können, "brauchen wir Tests". "Je mehr Leute geimpft oder genesen sind, desto weniger brauchen wir diese Institutionen", sagt Mongomery.

Es sei aber klar: "Die Pandemie wird uns noch lange begleiten". Daher mahnt Mongomery weiterhin zur Vorsicht.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea