Von Bus bis Einkaufszentrum: So erfolgreich sind Wiens Impfaktionen

14. Sept 2021 · Lesedauer 3 min

Die Durchimpfungsrate in Österreich ist laut Experten zu gering. Doch die Impfkampagne scheint zu stocken. In Wien setzt man vor allem auf niederschwellige Impfangebote - dabei lassen sich die Wiener gerne im Bus oder im Einkaufszentrum impfen.

Wenig Andrang gab es beim Impfbus in Kagran am Montag, das zeigt ein Lokalaugenschein von PULS 24. Die Impfkampagne in Österreich scheint zu stocken. Bei einer Durchimpfungsrate von aktuell 62 Prozent bei den über 12-Jährigen liegt Österreich im Europa-Vergleich auf Platz 16 und damit unter dem EU-Durchschnitt. Dieser Wert ist laut Experten zu gering.

"Die niederschwelligen Impfaktionen ohne Anmeldungen, die seit dem 3. Juli in ganz Wien laufen, waren bisher sehr erfolgreich", heißt es hingegen von der Stadt Wien in einer Aussendung. Man konnte in diesem Zeitraum die Impfrate in Wien um 5,2 Prozent erhöhen.

Wiener nützten Impfbusse vor Container

Laut einer Datenerhebung der Stadt Wien haben sich 37.847 Menschen bei den unterschiedlichen Impfstellen und -aktion gegen das Coronavirus impfen lassen. Dazu kommen 59.847 Wiener und Wienerinnen, die sich während des Sommers ohne Termin den Stich abgeholt haben.

Wiener lieben Impfbusse

Von den ganzen Impfaktionen der Stadt Wien verzeichnen die Impfbusse die meisten Impfungen (5.879 Personen), gefolgt von den Impfungen im Supermarkt (3.541 Personen), die in der Gesamtbetrachtung am vierten Platz ist. Beinahe Schlusslicht ist das Impfboot – hier haben sich nur 180 Personen impfen lassen. Das entspricht der gleichen Anzahl an Impfungen, wie sie am Nova Rock Encore in Wiener Neustadt vergeben wurden.

Wien setzt weiter auf niederschwelliges Impfangebot

Betrachtet man die verschiedenen Impfcontainer, die überall in der Stadt verteilt sind, haben sich am meisten Menschen am Rathausplatz impfen lassen (5.330 Wiener). Danach kommt der Container in der Lugner City. Hier haben sich seit Anfang August bisher 5.082 Wiener und Wienerinnen impfen lassen. Ebenfalls gut angenommen wird der Container im Stephansdom – hier haben sich 3.126 Menschen den Stich geben lassen.

Das Angebot soll weiter ausgebaut werden. Ab Mittwoch wird es etwa einen neuen Impfcontainer am Hauptbahnhof geben. Auch ein weiteres Einkaufszentrum ist mit dabei. Im EKZ Huma Eleven in Simmering kann man sich ebenfalls ohne Anmeldungen einen Stich abholen. Auch an der Wirtschaftsuniversität Wien kann man sich ab dem 21. September impfen lassen.

Höchste Durchimpfungsrate im Burgenland

Am höchsten ist die Durchimpfungsrate (Vollimmunisierte) im Burgenland mit 67,1 Prozent. In Niederösterreich sind es 62,2 Prozent, in der Steiermark 59,9 Prozent. Nach Vorarlberg (58,5), Wien (58), Tirol (58), Salzburg (55,8) und Kärnten (55,7) bildet Oberösterreich das Schlusslicht mit einer Durchimpfungsrate von 54,7 Prozent.

"Müssen mit Durchimpfungsrate höher kommen"

Laut der Virologin Dorothee von Laer müssten sich noch ungefähr eine Million Österreicher gegen Corona impfen lassen, um die Pandemie für beendet zu erklären.

Auch der Virologe Norbert Nowotny sagt im PULS 24 Interview, dass "wir wirklich zusehen müssen, dass wir mit der Durchimpfungsrate höher kommen". Auch im Stufen-Plan der Regierung fehle der "Blick auf die Impfungen". Erst bei einer Durchimpfungsrate von 75 Prozent und 10 Prozent Genesenen "kommen wir in einen Bereich immuner Menschen, die die Infektionsketten unterbrechen sollten", erklärt er weiter. Die Latte liege daher laut dem Virologen hoch.

Virologe Norbert Nowotny spricht mit PULS 24 über seine Prognose für die kalte Jahreszeit.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea