Nova Rock Encore-Veranstalter: "Konzept ist absolut aufgegangen"

11. Sept 2021 · Lesedauer 4 min

Trotz strenger Corona-Maßnahmen ging das Musikfestival Nova Rock Encore in Wiener Neustadt über die Bühne. Veranstalter Ewald Tatar freut sich über rund 15.000 Besucher und lobt das Veranstaltungskonzept.

"Das Konzept ist absolut aufgegangen", sagt Konzertveranstalter Ewald Tatar gegenüber PULS 24 über das Nova Rock Encore, das am Wochenende in Wiener Neustadt stattfand. Die größten Befürchtungen, wie etwa längere Wartezeiten, "sind nicht aufgegangen", berichtet er im Interview.

Am Nova Rock Encore wurde "streng kontrolliert" und auch geimpft. Wie Tatar erzählt, haben sich 180 Festivalgäste am Gelände gegen das Coronavirus impfen lassen. 

Das Rockfestival, eine Ersatz-Ausgabe zum im Juni abgesagten Haupttermin, lockte Tausende Fans ins örtliche Stadion, wo Gruppen wie Måneskin, Jinjer und Russkaja schon früh für gute Stimmung sorgten. Veranstalter Ewald Tatar freute sich über rund 15.000 Besucher. 86 Prozent der Besucher, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Stadien aufhielten, waren geimpft, die restlichen 14 Prozent hatten einen negativen PCR-Test vorgewiesen - beim Event galt nämlich die 2-G-Regel. 

Tatar begrüßt Stufen-Plan

Was die weiteren, für den Herbst geplanten Konzerte betrifft, zeigte sich Tatar jedenfalls optimistisch. "Man hat heute wieder gesehen, dass Konzertbesucher impfwilliger sind als andere", so Tatar bei einem Pressetermin am Wochenende. Die von der Regierung kürzlich verkündeten Maßnahmen begrüßt er - allen voran deshalb, weil dadurch eine Planung möglich sei. "Dass nicht mehr nur nach Inzidenz, sondern nach der Hospitalisierung gegangen wird", sei positiv zu werten. "Ich gehe d'accord mit dem Beschlossenen." Ob es außerdem ein "Encore" für das Nova Rock Encore in Wiener Neustadt geben wird, ließ er vorerst offen - sagte aber im Hinblick auf die Stadt: "Beide Seiten stehen dem nicht negativ gegenüber."

Tatar: "Werden in ein politisches Ringelreiher reingetrieben"

Ende Juli kritisierte Ewald Tatar noch die Corona-Politik und hielt am Nova Rock Encore fest.

ESC-Sieger begeistern Publikum

Einer der wichtigsten Gründe für den Festivalbesuch waren offenbar die italienischen Song-Contest-Gewinner: Måneskin, die sich beim großen Musikwettbewerb im Mai durchgesetzt hatten, wurden von vielen sehnsüchtig erwartet und enttäuschten nicht. Mit einem druckvollen Set, bei dem der ESC-Siegertitel "Zitti e buoni" als zweite Nummer sehr früh gesetzt wurde, wickelte das Quartett seine Anhänger schnell um den Finger. Die Devise lautete: Netzleiberl, Lederhosen und viel nackte Haut! Aber den Rock'n'Roll nicht vergessen.

Das taten Sänger Damiano David und Konsorten keineswegs: Während zu "Beggin'" gemeinsam die Stimmen erhoben wurden, nahm das gefühlvolle "Coraline" zum richtigen Zeitpunkt etwas das Tempo raus und bestach durch eine eingängige Melodie. Direkt im Anschluss wurde dann der jüngste Hit "I Wanna Be Your Slave" ins Stadion geschmettert, wobei David die letzten Takte der Nummer zudem für ein Bad im Publikum nutzte - was diesem naturgemäß sehr gefiel. Auch das Coverdoppel aus "Take Me Out" (Franz Ferdinand) und "Somebody Told Me" (The Killers) wurde begierig aufgesogen. Handgemachte Rockmusik zieht offenbar immer noch.

Am Ende wurden nach dichten 60 Minuten noch gut zwei Dutzend Fans auf die Bühne geholt, die ihr Glück kaum fassen konnten. Und obwohl bei Festivals, vor allem zu diesem doch sehr frühen Zeitpunkt, Zugaben eher unüblich sind, ließen es sich Måneskin nicht nehmen und schossen ein zweites Mal "I Wanna Be Your Slave" in die Menge. Song-Contest-Gewinner als Eintagesfliege? Tja, dieses Vorurteil hat die italienische Band zumindest vorerst eindrucksvoll widerlegt.

Österreichische Headliner

Rot-weiß-rot gefärbte Sounds umrandeten schließlich das Nova Rock Encore: Während Russkaja mit ihrem enorm festivaltauglichen Sound zwischen Punk, osteuropäischen Einsprengseln und starkem Party-Vibe ebenjenen bedienten, holten die Headliner Seiler & Speer allen voran das mitsingtaugliche Publikum ab. Hits wie "Herr Inspektor", "Ham kummst" oder "Bonnie und Clyde" zündeten von der ersten Sekunde an, wobei allen voran die Backingband mit ihrer Spielfreude die Rockfans glücklich machte - da erhält selbst der humoristisch gefärbte Austropop des Duos eine Metalschlagseite.

Den eleganten Rausschmeißer gab dann Parov Stelar: Der Linzer Produzent servierte, unterstützt von seiner bestens aufgelegten Kollegenschaft, äußerst tanzbaren Electroswing, der auch optisch verdammt ansprechend umgesetzt wurde - und das nicht nur ob der groovenden Formationen der Instrumentalisten, sondern auch aufgrund der zwar reduzierten, aber sehr effektvollen Visuals. Die Motivation passte, vielleicht auch deshalb, weil Parov Stelar alias Marcus Füreder zuvor für das Album "The Burning Spider" eine Gold-Auszeichnung entgegennehmen durfte.

Quelle: Agenturen