Virologin: Andere anstecken ist "kein Kavaliersdelikt" und strafbar

27. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

"Jeder weiß, wie man andere ansteckt", appelliert Virologin Dorothee von Laer an den gesunden Menschenverstand der Österreicherinnen und Österreicher. Man dürfe aber auch nicht vergessen, dass, wenn man als Infizierter keine Maske trägt, man sich strafbar macht.

Die Österreicherinnen und Österreich sollten nicht vergessen, dass, wenn sie infektiös sind, auch ohne Symptome, sie andere anstecken können, warnt Virologin Dorothee von Laer auf in "Café Puls" zum neu beschlossenen Quarantäne-Aus. "Wenn man andere ansteckt, ist das kein Kavaliersdelikt, insbesondere wenn der Angesteckte ein vulnerable Person ist", sagt die Virologin.

"Ich möchte hier an die Eigenverantwortung der Menschen appellieren." Wenn diese funktionieren würde, bräuchte man nicht so viele Verordnungen, fährt sie fort. Es sollte einem der Hausverstand sagen, dass, "wenn man ansteckend ist, nicht unter Menschen geht und schon gar nicht mit Alten oder Kranken zu tun hat". 

Gefährdung anderer strafbar

Es sei auch im Strafgesetzbuch (Paragraf 178, 179) verankert, dass andere Menschen durch eine Infektionskrankheit zu gefährden, strafbar ist. Die Verordnung zum Quarantäne-Aus würde spezifizieren, wann ein anderer Mensch gefährdet würde und wann nicht. Deshalb müssen Infizierte in Innenräumen Maske tragen, außer im Kreis der eigenen Familie und im Außenbereich darf nur bei über zwei Meter Abstand die Maske abgenommen werden. "Das macht schon Sinn, wenn sich alle wirklich konsequent daran halten."

Es gebe auch in anderen europäischen Ländern diese Isolierung von Infizierten nicht mehr und man habe keine negativen Erfahrungen gemacht hat.

Offizielles Quarantäne-Aus: Freie Bahn für Infizierte

Mit 1. August gibt es keine verpflichtende Quarantäne mehr. Mit der neuen Verordnung können Personen trotz positiven Corona-Test das Haus verlassen, allerdings mit Verkehrsbeschränkungen.

Nur geringe Verschärfung durch Quarantäne-Aus

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) befürchtet für Herbst wegen des Quarantäne-Aus einen Lockdown und Spitalsüberlastung. Von Laer rechnet nur mit einer geringen Verschärfung der Neuinfektionen durch die Verordnung. So wie sie das beobachte hätten sich viele Menschen "sowieso nicht mehr an die Regeln gehalten". Statt Regeln bräuchte es mehr Eigenverantwortung, damit sich die Menschen vernünftiger verhalten. "Jeder weiß ja, wie man einen anderen ansteckt."

Im Herbst werde es eine Welle geben, ist sich die Virologin sicher. Wie hoch diese wird, sei schwer vorherzusagen. Komme keine neue Variante, werde sie "nicht so hoch" ausfallen. Wenn sich aber die neue Fluchtvariante BA 2.75  durchsetzt, könnte die Welle ziemlich hoch werden. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam