Virologe Nowotny: "Es könnte sein, dass die Regierung Öffnungen überdenken sollte"

23. Juni 2021 · Lesedauer 2 min

Der Virologe Norbert Nowotny befürchtet, dass die angekündigten Lockerungen wegen der Delta-Variante wackeln.

Der Virologe Norbert Nowotny von der Vetmeduni Wien hatte eigentlich bei PULS 24 verkündet, dass wir einen guten Sommer haben werden. "Und dann kam Delta", sagt er am Mittwoch im PULS 24 Interview mit Anchorwoman Bianca Ambros. Die Alpha-Variante habe sich noch "brav an den Saisonalitätseffekt gehalten", die Zahlen seien nach unten gegangen, nun scheint sich aber Delta jede Woche zu verdoppeln, erklärt Nowotny. 

Der Virologe befürchtet, dass das EM-Halbfinale und Finale in London wackeln könnten. In andere europäische Städte auszuweichen, sei auch nicht möglich - man müsste nach Neuseeland oder Australien gehen, sagt Nowotny augenzwinkernd. Genau wisse man nicht, wie weit die Delta-Variante in Kontinentaleuropa verbreitet ist, die Dunkelziffer sei aber hoch, so Nowotny. 

Großveranstaltungen bereiten "Bauchweh"

"Es könnte sein, dass die Regierung manche Öffnungen vom 1. und 22. Juli überdenken sollte", sagt Nowotny. Vor allem bei Großveranstaltungen bekomme er als Virologe "Bauchweh". Was wir tun könnten, ist laut dem Virologe: "Impfen, impfen, impfen" - denn Vollimmunisierte seien auch gegen Delta geschützt und können Infektionsketten unterbrechen. Davon gebe es in Österreich derzeit aber noch zu wenige. 

Außerdem sollte man mehr PCR-Tests machen, Urlaubsrückkehrer zumindest stichprobenartig testen, PCR-Teststationen nicht schließen und regionale Maßnahmen setzen, sagt Nowotny. 

Quelle: Redaktion / koa