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Quarantäne-Aus: GECKO-Mitglieder fühlen sich benutzt

25. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Interne Kritik im Corona-Krisenkoordinationsteam GECKO: Mehrere Mitglieder behaupten, dass sie von Seiten der Bundesregierung für eine Zustimmung zum Ende der Corona-Quarantäne ausgenutzt werden würden.

An den Plänen der Bundesregierung, die Isolationspflicht für positiv auf Corona getestete Personen abschaffen zu wollen und sie durch sogenannte Verkehrsbeschränkungen zu ersetzen, stören sich nicht nur die SPÖ-Landeshauptleute sowie zahlreiche unabhängige Gesundheitsexpert:innen.

Dass künftig Infizierte nur besonders sensible Bereiche wie Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen meiden sollen sowie in allen Innenbereichen eine FFP2-Maske tragen müssen, stößt auch bei GECKO-Mitgliedern auf Kritik.

Gecko greift ein

Wie die Tageszeitung "Die Presse" am Montag berichtete, soll sich - obwohl es in der GECKO-Sitzung vor zwei Wochen kein Thema war - im anschließenden Bericht einer AGES-Arbeitsgruppe ein Absatz, der als Zustimmung zum Quarantäne-Ende interpretiert werden hätte können, befunden haben. Obwohl die Mehrheit der GECKO-Mitglieder den Zeitpunkt für ein Quarantäne-Ende nicht für richtig gehalten habe. 

In dem Absatz wurde die Entwicklung der Pandemie in Ländern wie beispielsweise Großbritannien und Spanien betrachtet, in welchen Infizierte mit keinen oder milden Symptomen nicht mehr in Heimquarantäne müssen. Das Ergebnis davon: Die Aufhebung der Quarantäne-Pflicht führte zu keinem signifikanten Anstieg bei den Neuinfektionen und Krankenhauszahlen.

Mögliche Instrumentalisierung 

Die Mitglieder, mit welchen "Die Presse" in Kontakt steht, sehen einen "Versuch der Instrumentalisierung" sowie einen Vertrauensbruch. Sie konnten (erfolgreich) die Streichung der Passage erreichen. Es sei aber nicht das erste Mal, dass so etwas passiert sei. Auch beim Thema Masken sollen der Kommission Fragestellungen vorgegeben werden, welche klar auf ein Ende der Maskenpflicht hingedeutet haben sollen.

Auf Nachfrage der "Presse" gibt das Kanzleramt (in welchem die GECKO-Kommission angesiedelt ist) jedoch an, dass man hierbei "nichts Außergewöhnliches" sehe, da es immer wieder vorkommen würde, Berichte zu überarbeiten. Für GECKO sei die Aufhebung der der Quarantäne eine in erster Linie politische Entscheidung.

Laut "Presse" sei der konkrete Fall auch ein Dilemma für die Expert:innnen. Aus rein wissenschaftlicher Sicht könne man keine expliziten Empfehlungen abgeben, heißt es. Dafür würden einfach die Daten fehlen. Laut einer Aussendung des Gesundheitsministeriums vom Montag soll GECKO aber in die aktuelle Entscheidung bezüglich Quarantäne eingebunden werden.

Quelle: Redaktion / foj