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GECKO-Chefin Reich stellt Quarantäne infrage

13. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

GECKO-Chefin Katharina Reich stellt die derzeitigen Quarantäneregelungen in Frage. Angesichts der Dunkelziffer der Corona-Fälle sei der "epidemiologische Effekt" fraglich.

Die Abschaffung der Quarantäne sei aber "eine der schwierigsten Fragen", so GECKO-Chefin Katharina Reich im Gespräch mit der "Presse". Man wisse, dass sich immer weniger Menschen testen lassen würden, um eine Isolation zu vermeiden. Wenn damit nun "der epidemiologische Effekt" verlorengehe oder man gar provoziere, dass Menschen eine Infektion geheim halten oder auch bei Verdacht nicht testen, dann müsse man Quarantäne und Isolation in Frage stellen.

Corona mit Influenza vergleichbar?

Corona würde sich bezüglich Krankheitslast und Ansteckungsrate mehr und mehr auch in Richtung "grippaler Infekt" entwickeln. Auch hier müsse man sich fragen, ob man Influenza und Covid vergleichen könne. Wenn das der Fall sei, müsse man die Maßnahmen abschaffen. Die Diskussion darüber sei jedoch nicht beendet, so Reich abschließend.

Ganz generell mehren sich die Rufe nach der Abschaffung der Corona-Quarantäne. Dass kommende Woche ein Verordnungsentwurf vorliegen soll, wie die "Presse" am Mittwoch berichtete, wurde im Gesundheitsministerium auf APA-Anfrage nicht bestätigt. Man bereite sich seit Monaten auf verschiedene Szenarien vor, hieß es lediglich. Geprüft werde auch die Möglichkeit, Bescheide automatisiert zu erstellen.

Verkehrsbeschränkung statt Quarantäne

Teil der Vorbereitungen seien verschiedene Möglichkeiten für Absonderung und Quarantäne von Infizierten und Kontaktpersonen, die je nach Virusvariante und weiterer Entwicklung zum Einsatz kommen könnten. Eine Möglichkeit sei dabei, die bestehenden Regelungen zu Absonderung und Quarantäne durch eine sogenannte Verkehrsbeschränkung zu ersetzen.

Ministerium arbeitet an Entwurf

Die gesetzliche Grundlage hierfür besteht seit dem 1. Juli 2022 mit einer Verordnungsermächtigung im Epidemiegesetz. Das Gesundheitsministerium arbeitet derzeit an einem Verordnungsentwurf. Man kläre dafür juristische Detailfragen (z.B. arbeitsrechtlicher Natur) unter Einbindung anderer Ministerien und der Sozialpartner, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. Natürlich würden hierzu auch die Bundesländer frühestmöglich eingebunden.

Parallel prüfe man auch die Möglichkeit, Bescheide automatisiert zu erstellen. "Damit können Absonderung und Quarantäne bestehen bleiben und gleichzeitig werden die Behörden massiv entlastet", wurde erklärt: "Eine Entscheidung über die künftige Regelung für Absonderung und Quarantäne ist noch offen." Klar sei, dass eine Coronainfektion eine meldepflichtige Krankheit nach dem Epidemiegesetz bleibe.

Maximilian SperaQuelle: Agenturen / Redaktion / msp