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Styriarte geht von Graz aus "Auf Reisen"

20. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Das Musikfestival Styriarte hat sich in diesem Jahr dem Generalthema "Auf Reisen" verschrieben: Rund 30 Destinationen umfasst der "Reisekatalog", der die Besucher klanglich an entfernte Orte entführt: Etwa mit Dirigent Jordi Savall ins Venedig des beginnenden Barock, auf den Spuren des Orientreisenden Ibn Battuta, oder mit "Arianna" von Johann Joseph Fux auf die griechische Insel Naxos. Gestartet wir am 24. Juni mit einer "Sternfahrt zu Graz" in der Helmut List Halle.

Mit "Arianna" von Johann Joseph Fux aus dem Jahr 1726 wird Alfredo Bernardini seine fünfte Fux-Oper bei der Styriarte dirigieren und die Festivalbesucher gedanklich nach Griechenland entführen, schilderte Intendant Mathis Huber am Montag im Pressegespräch. Austragungsort sind der Hof und Park von Schloss Eggenberg. Erste Gelegenheit dazu bietet sich am 25. Juni.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei störrische Liebespaare der griechischen Mythologie (Ariadne, Bacchus, Peleus und Thetis), erklärte Dirigent Bernardini, der wieder sein Zefiro Barockorchester nach Graz bringt. Venus steht dazwischen und hat die Funktion einer Liebesexpertin und Heiratsvermittlerin. Regisseur Adrian Schvarzstein verlegt die mythologische Geschichte in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts und inszeniert sie als Hollywoodparty. Bei Schlechtwetter wird man in die Helmut List Halle ausweichen.

Ebenfalls in Schloss Eggenberg kann man im Rahmen der Styriarte mit Mozart und seiner Musik auf Reisen gehen: Am 17. Juli nach London, Italien und Paris. Johannes Silberschneider liest dazu aus den Mozart-Briefen, Miriam Kutrowatz wird als Sopranistin und Florian Birsak am Hammerflügel zu hören sein.

In der Helmut List Halle werden Jordi Savall und das Ensemble Hesperion die Zuhörer durch die muslimische Welt von Mekka bis zur Seidenstraße mitnehmen ("Ibn Battuta", 24. Juli). Mit Musik von Bach und Charpentier kommt der katalanische Dirigent nach Stainz ("Te Deum", 9. und 10. Juli) und am 23. Juli lässt er die Anfänge des venezianischen Barock in Madrigalen von Monteverdi lebendig werden ("Lamento d'Arianna"). In derselben Halle kommen die Festivalbesucher am 5. und 6. Juli mit Eddie Luis und Die Gnadenlosen "Einmal um die ganze Welt", am 8. und 9. Juli steht dort Ralph Benatzkys Operette "Im weißen Rössl" in der Fassung von Sandy Lopicic am Programm.

Für den Auftakt des Festivals hat der österreichische Komponist Denovaire das klingende Raumkunstwerk "Die Sternenfahrt zu Graz" entwickelt, das am 24. Juni zur Uraufführung gebracht wird. Die vier eingeladenen Musikgruppen und Chöre reisen mit dem Zug, dem Fahrrad, der Straßenbahn und zu Fuß in die Helmut List Halle an und werden schon unterwegs künstlerisch in Aktion treten. Für Interessenten an diesem musikalischen Ereignis werden Zählkarten vergeben.

Die weiteste Anreise nimmt übrigens die Musiker- und Tänzergruppe Vou auf sich. Die acht Künstlerinnen und Künstler reisen für "Meuterei auf der Bounty" von Fidschi rund 16.000 Kilometer weit nach Graz. Für die Produktion, mit Musik aus dem Polynesischen Inselreich und Texten von Jules Verne, musste eine neue Finanzierung aufgestellt werden, weil sich die Flugtickets für die Künstler im Laufe der Planung immens verteuert haben, wie Intendant Huber erzählte.

( S E R V I C E - Styriarte, von 24. Juni bis 24. Juli. https://styriarte.com)

Quelle: Agenturen