APA - Austria Presse Agentur

Nach 2G-Verschärfung: Andrang auf Impfstraßen, 10.000 Erstimpfungen

07. Nov 2021 · Lesedauer 4 min

Die von der Regierung angekündigten 2G-Verschärfungen dürften österreichweit für einen Andrang auf die Impfstraßen sorgen. Am Samstag wurden mehr als 10.000 Erstimpfungen durchgeführt.

Ab morgen, Montag, gelten schärfere Corona-Regeln: Wer weder geimpft noch genesen ist, wird von praktisch allen öffentlichen Vergnügungen ausgeschlossen. Am Wochenende dürften einige Impfstraßen in Österreich regelrecht gestürmt worden sein  - wohl auch, aber nicht nur wegen der angekündigten Regeln.

In den Sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Bilder von langen Warteschlagen. In Salzburg war der Ansturm auf den Impfbus am Samstag so groß, dass kurzfristig zusätzliche Ärzte und medizinisches Fachpersonal herangezogen werden mussten. Die Behörden sprachen von einem "Rekordsamstag". Bis 17 Uhr seien mehr als 1.300 Personen geimpft worden. Zuletzt ließen sich in einer ganzen Woche rund 2.000 Personen immunisieren.

Ähnlich sieht es in Kärnten aus: Bei den anmeldungsfreien Impfmöglichkeiten in Einkaufszentren in Klagenfurt und Villach bildeten sich lange Schlangen, auch in den Impfstraßen des Landes herrschte reger Betrieb. Wie der Landespressedienst am Sonntag auf APA-Anfrage mitteilte, wurden dort am Samstag insgesamt 4.296 Impfungen verabreicht. 

Von den 4.296 waren 1.755 Erstimpfungen, 2.074 Personen holten sich die dritte und 467 die zweite Dosis ab. Genaue Zahlen, wie viele Impfungen in Kärnten verabreicht wurden, also auch durch niedergelassene Ärzten, Teams der Imfpbusse und mobile Impfteams, lagen vorerst nicht vor. In den Impfstraßen des Landes wird auch am Sonntag geimpft.

In Tirol hieß es am Samstag, dass jetzt zwischen 300 und 500 Impfungen pro Zentrum durchgeführt werden. Zuletzt waren es 300 bis 400 Impfungen pro Tag. In Lienz, Wörgl und Innsbruck kam es am Samstag zu Wartezeiten von bis zu 40 Minuten.

Comeback für Landesimpfzentren in NÖ

Der "ORF" berichtet, dass auch in Vorarlberg, im Messepark Dornbirn, im Zimbapark Bürs oder im Interspar Feldkirch-Altenstadt der Andrang groß war. Das Personal in den Impfkojen und Impfstraßen soll nun auch im Ländle aufgestockt werden. 

Im niederösterreichischen Wiener Neustadt war der Ansturm etwa gar so groß, dass nicht alle in der Warteschlange zu ihrem Stich kamen. Es war nicht für alle Interessierten genügend Impfstoff da. Ähnlich das Bild auch beim Impfbus vor der Arbeiterkammer in Mödling, berichtet der "Kurier". Bei sechs Impfbussen des Landes stieg die Zahl der Stiche von durchschnittlich 750 pro Tag auf derzeit über 3.000. In ganz Niederösterreich wurden zuletzt 17.000 Impfungen im Tagesschnitt registriert. 

Das Comeback für die Landesimpfzentren wird in Niederösterreich daher früher als geplant und damit noch vor Dezember erfolgen. Begonnen werden soll mit einigen Standorten bereits "in wenigen Tagen", sagte LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) am Samstag dem "ORF". 

Schlange stehen hieß es am Samstag auch in den großen Impfzentren in Wien. Im Austria-Center wurden vergangene Woche durchschnittlich 1.000 Corona-Impfungen pro Tag gezählt, am Dienstag waren es bereits 3.500 und seit Freitag bereits mehr als 5.000 pro Tag, heißt es dazu von der Stadt Wien.

Beim freien Impf-Freitag in Graz bildeten sich Warteschlangen mit bis zu 100 Personen und selbst aus Oberösterreich, wo die Impfrate derzeit am niedrigsten ist, meldeten User auf Twitter lange Wartezeiten.

Angesichts der "sehr erfreulichen, ansteigenden Trendbewegungen" bei durchgeführten und gebuchten Impfungen bestätigte der Krisenstab des Landes "intensive Vorbereitungen, um die Impfkapazitäten in Oberösterreich noch weiter auszubauen". 

Oberösterreich bei Impfrate Schlusslicht

Der Andrang dürfte nicht nur auf die letztendlich angekündigten Maßnahmen zurückzuführen sein, schon in den Tagen davor - als Gerüchte über 2G kursierten - stieg die Rate an. Bei vielen nun durchgeführten Impfungen handelt es sich aber um "Booster"-Impfungen. Am Samstag sind fast 32.000 Impfungen durchgeführt worden, jede dritte davon als "Erststich". Inklusive der Auffrischungsimpfungen gab es diese Woche schon 213.000 Impfungen - so viele wie zuletzt Anfang August.

Bei den meisten am Samstag durchgeführten Impfungen handelt es sich um "Booster-Impfungen" (17.113), wie aus den Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Hier wurde also der bestehende Impfschutz aufgefrischt. Weitere 4.300 Personen haben sich am Samstag den zweiten Stich abgeholt (auch davon wohl ein Teil Auffrischungsimpfungen nach einer Johnson & Johnson-Impfung).

Weitere 10.488 Österreicherinnen und Österreicher haben sich am Samstag ihre Erstimpfung geholt. Am meisten waren es mit 2.245 in Wien vor Kärnten mit 2.105, Niederösterreich (1.638) und Tirol (1.460). In Oberösterreich, dem Land mit der geringsten Durchimpfung in Österreich, waren es 1.150 Erststiche.

Am höchsten ist die Durchimpfungsrate - vollständig geimpft - im Burgenland mit 70,3 Prozent. In Niederösterreich sind 65,6 Prozent der Bevölkerung geimpft, in der Steiermark 63,7 Prozent. Nach Wien (62,3), Vorarlberg (61,5), Tirol (61,2), Kärnten (59,5) und Salzburg (59,1) bildet weiterhin Oberösterreich das Schlusslicht mit einer Durchimpfungsrate von bescheidenen 57,9 Prozent (Stand: 5. November).

Quelle: Agenturen / Redaktion / koa