Nowotny: "Wäre für einen kurzen, harten Lockdown"

06. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Angesichts der hohen Infektionszahlen spricht sich Virologe Norbert Nowotny für einen kurzen, harten Lockdown für alle aus.

Mit fast 10.000 Corona-Neuinfektionen wurde in Österreich am Samstag ein Rekord gebrochen. Die Infektionszahlen steigen, die Zahl der Menschen in den Spitälern ebenso. Angesichts dieser Lage spricht sich Virologe Norbert Nowotny für einen "kurzen, harten, kontrollierten Lockdown" aus. Dieser sollte für alle - also auch für Geimpfte - gelten und zwei Wochen inklusive Wochenenden dauern, so der Experte: "Das würde die Zahlen sicher runterbringen". 

Der Lockdown sei die einzige Möglichkeit, Christkindlmärkte, Weihnachtsfeiern und den Wintertourismus zu retten, sagt Nowotny. Es könnte sein, dass andere Länder wieder Reisewarnungen für Österreich aussprechen werden. 

Die von der Regierung nun ergriffenen Maßnahmen - die 2G-Regel in ganz Österreich - hätten laut dem Virologen eine "50:50-Chance", dass sie ausreichen werden. Sie werden sicher Wirkung zeigen, ob es ausreichen wird, könne man noch nicht sagen, so Nowotny.

PCR-Tests sollten kostenpflichtig werden

Er kritisiert außerdem, dass die dritte Impfung nicht früher möglich gemacht wurde. "Die Impfung hilft und wirkt", betont er erneut. Sie würde vor allem vor schweren Krankheitsverläufen schützen. In Europa sehe man derzeit, dass die Infektionszahlen vor allem in jenen Ländern steigen, die eine niedrige Impfrate haben - so auch in Österreich.

Anstatt der 2G-Regel wäre Nowotny für 48 Stunden lang geltende PCR-Tests als Zugangsberechtigung auch für Ungeimpfte. Allerdings spricht sich Nowotny dafür aus, die Tests kostenpflichtig zu machen. Die PCR-Tests hätten die Steuerzahler schon mehr gekosten als die Impfungen.

Mit der Impfung von Kindern unter 12 Jahren würde Nowotny noch auf die Zulassung der EMA warten  - außer bei Kindern mit Vorerkrankungen.  Es sei wichtiger erst bei den 12- bis 18-Jährigen eine höhere Impfrate zu bekommen.

Quelle: Redaktion / koa