APA - Austria Presse Agentur

Deutschland hebt die Priorisierung für Impfstoff von Johnson & Johnson auf

10. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Der deutsche Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) teilte am Montag mit, dass sich jeder für eine Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson anmelden kann.

Die Priorisierung für den Impfstoff des US-amerikanischen Herstellers Johnson & Johnson ist in Deutschland aufgehoben, teilte der deutsche Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag mit. So solle allen die Möglichkeit gegeben werden, sich - nach einer ärztlichen Beratung - mit diesem Vakzin impfen zu lassen. Damit wird mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson in Deutschland so verfahren wie auch mit jenem von AstraZeneca.

Zuvor hatten die deutschen Gesundheitsminister beschlossen, den Impfstoff von Johnson & Johnson für über 60-Jährige zu empfehlen. Nach der Aufklärung durch einen Arzt können sich aber weiterhin auch Jüngere mit Johnson & Johnson immunisieren lassen. 

Man sei zu der Entscheidung gekommen, so Spahn, weil in der Gruppe der über 60-Jährigen bereits deutlich mehr als 60 Prozent eine Erstimpfung erhalten haben. Der Großteil der Lieferung des Vakzins von Johnson & Johnson komme aber erst im Juni und Juli. Mit der Aufhebung der Priorisierung wolle man allen die Möglichkeit geben, mit diesem Impfstoff geimpft zu werden - das berichtet die "Süddeutsche Zeitung"

Nur eine Teilimpfung

Das Vakzin des Herstellers aus dem US-Bundesstaat New Jersey muss als einziges der bisher in Deutschland (und Österreich) zugelassenen Mittel nur einmal verabreicht werden, um vollen Impfschutz zu gewährleisten. Die USA hatten die Impfungen mit Johnson & Johnson vorübergehend ausgesetzt, nachdem es vereinzelt zu Fällen von Thrombosen gekommen war. Betroffen waren vor allem Frauen unter 60 Jahren. 

In Österreich wieder verfügbar

Auch Österreich hatte nach der ersten Lieferung von Johnson & Johnson nicht sofort mit der Impfung begonnen - seit Ende April wird der Impfstoff aber wieder verabreicht, ebenso in den USA. 

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hält wie auch beim Impfstoff von AstraZeneca an ihrer positiven Risikobewertung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson fest: Es gebe zwar "eine mögliche Verbindung" zwischen dem Vakzin und dem vereinzelten Auftreten von Blutgerinnseln, der Nutzen des Impfstoffes des US-Unternehmens überwiege aber die Risiken. 

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Quelle: Agenturen / Redaktion