Neuwirth zu Corona-Toten: "Vermute, dass frühere Lockdowns etwas bewirkt hätten"

10. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Statistikprofessor Erich Neuwirth spricht angesichts der aktuellen Infektionszahlen von "sehr guten Nachrichten". Es gebe einen klaren Abwärtstrend. Angesichts der mehr als 10.000 Toten hätte er sich aber früher strengere Maßnahmen gewünscht.

Der aktuellen Abwärtstrend erfreut Statistikprofessor Erich Neuwirth, der die Entwicklungen bei den Infektionszahlen seit Beginn der Pandemie verfolgt und auswertet. Besonders positiv: Die Abnahme steigert sich. "Um wieviel es abnimmt, wird von Woche zu Woche mehr", sagt er über den Trend bei den Neuinfektionen.

Hätten Leben gerettet werden können?

In einen Tweet hat Neuwirth am Montag der bisher 10.392 Corona-Todesopfer in Österreich gedacht und gefragt, ob durch strengere oder andere Maßnahmen vielleicht Leben gerettet werden können. Dazu von PULS 24 Anchorwoman Sabine Loho nach einer Antwort gefragt, sagte Neuwirth nur: "Ich stelle die Frage, weil ich selbst keine Antwort habe. Ich vermute aber, dass frühere Lockdowns doch etwas bewirkt hätten."

In Vorarlberg vergleichsweise wenige PCR-Tests

Die sinkenden Infektionszahlen schlagen sich inzwischen in den Sieben-Tages-Inzidenzen nieder - auch in Vorarlberg, das auf nur sehr geringe Sicherheitsmaßnahmen setzt. Was genau die Ursache der starken Abnahmen ist, könne er aufgrund der sehr starken Trendumkehr nicht sagen, meint Neuwirth im PULS 24 Interview.

Allerdings warnt er in Bezug auf Vorarlberg, dass dort seit den Öffnungen zwar viel getestet würde, aber vor allem mit Antigen-Schnelltests. Dort verwende man im Vergleich zu anderen Bundesländern wesentlich weniger PCR-Tests, diese seien aber wichtig, da sie sehr viel sensitiver bzw. genauer seien, so Neuwirth. "Das heißt, es besteht die Möglichkeit, dass die Dunkelziffer in Vorarlberg doch noch etwas höher ist als in anderen Bundesländern", weil diese mehr mit PCR-Tests testen würden - vor allem Wien.

Vergleich mit Deutschland schwer

Anzahl und Qualität der verwendeten Tests machen auch Vergleiche zwischen unterschiedlichen Staaten sehr schwer. Als Beispiel nannte Neuwirth Deutschland, das in Relation zur Bevölkerung deutlich weniger testet als Österreich. Deshalb könne man die Inzidenzen der beiden Länder auch nicht ohne weiteres vergleichen. Die deutschen Maßstäbe für Lockdowns und Corona-Maßnahmen seien deshalb nur bedingt auf Österreich übertragbar.

Quelle: Redaktion / hos