Warum sich jetzt ein Wechsel des Stromanbieters auszahlen könnte

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Im vergangenen Jahr sind die Preise für Strom in die Höhe geschossen. Doch derzeit "sieht die Lage entspannt aus", wie die Energiepolitikexpertin Sandra Matzinger von der Arbeiterkammer (AK) Wien erklärt. Für viele könnte sich deshalb jetzt der Wechsel des Stromanbieters auszahlen, dabei gibt es aber einige Dinge zu beachten.

Wenn man sich über seinen Stromanbieter Gedanken macht, ist es jetzt wichtig, den eigenen Vertrag zu prüfen, sagte Matzinger. Dabei sollte man darauf achten, ob man noch eine Preisgarantie auf seinen Strom hat. Wenn der Vertrag noch eine Mindestvertragsdauer hat, ist ein Wechsel noch nicht möglich. Aber auch dann kann man sich schon wegen Alternativen umsehen und sich eine Erinnerung in den Kalender eintragen, um dann rechtzeitig aktiv zu werden.

Ob nun der ideale Zeitpunkt für einen Anbieterwechsel ist, hängt laut der AK-Expertin von vielen Faktoren ab. Wenn die Preisgarantie beim eigenen Vertrag ausläuft und eine Preiserhöhung im Raum steht, sollte man nun unbedingt die Preise vergleichen "und wahrscheinlich wird sich dann auch ein Wechsel auszahlen. Gerade im Strombereich gibt es bei Neukund:innen-Verträgen sehr günstige Angebote", sagte Matzinger.

Mit dem Tarifrechner der E-Control zum neuen Tarif

Am Einfachsten geht das mit dem Tarifrechner der Energieregulierungsbehörde E-Control. Die besten Ergebnisse erhält man, wenn man die Daten von der letzten Jahresabrechnung verwendet - etwa den Stromverbrauch und den aktuellen Tarif. In wenigen Klicks erhält man einen Überblick, welche Stromanbieter günstiger wären. Außerdem werden Wechselboni angezeigt und man kann die Angebote nach eigenen Wünschen wie Öko-Strom filtern. Doch bei der Wahl des Tarifs muss man eine grundsätzliche Entscheidung treffen. 

Fixpreis oder Float-Tarif?

Bei der Tarif-Auswahl hat man zwei Möglichkeiten: einen mit Fixpreis und einen sogenannten Float-Tarif. Bei Float-Tarifen ändert sich der Preis für den Strom monatlich, je nachdem, was an den Strombörsen und bei den Großhandelspreisen passiert. Ein Fixpreis-Tarif garantiert einem den Preis für einen bestimmten Zeitraum - am üblichsten für die nächsten 12 Monate. Bis wann der Preis gebunden ist, sollte man sich auf jeden Fall genau ansehen.

Deshalb heißt es bei Float-Tarifen: "Bitte aufpassen", wie Matzinger zu bedenken gibt. Denn "natürlich kann sich auch dort der Preis jederzeit erhöhen". Wer die Rechnung aber stets genau im Blick behält, kann im Vergleich zum Fixpreis ein wenig Geld sparen, wenn die Strompreise nicht wieder in die Höhe schießen. Da wäre man dann schon im nächsten Monat von den Preissteigerungen betroffen und nicht erst nach dem Ende der Preisbindung. Da müssten Kund:innen mit Float-Tarifen schnell genug reagieren und auf einen Tarif mit Fixpreis wechseln.

Für alle, die sich keinen Preisschwankungen aussetzen wollen, gibt es aber "auch durchaus günstige Fixpreis-Angebote", sagte Matzinger. Hoffnungen auf Preise wie vor dem Ukraine-Krieg sollte man sich unterdessen aber keine machen. "Diese wirklich günstigen Preise am Markt scheinen vorbei zu sein", so die Energiepolitikexpertin. Doch im Verhältnis zum vergangenen Jahr sehe es jetzt schon deutlich besser aus.

ribbon Zusammenfassung
  • Im vergangenen Jahr sind die Preise für Strom in die Höhe geschossen. Doch derzeit "sieht die Lage entspannt aus", wie die Energiepolitikexpertin Sandra Matzinger von der Arbeiterkammer (AK) Wien erklärt.
  • Für viele könnte sich deshalb jetzt der Wechsel des Stromanbieters auszahlen, dabei gibt es aber einige Dinge zu beachten.