Boltz: Gaslieferungen aus Emiraten "mehr eine symbolische Menge"

27. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Für den ehemaligen Chef der E-Control und Berater der Bundesregierung, Walter Boltz, kann der Gas-Deal mit den Vereinigten Arabischen Emiraten die Speicher nächstes Jahr nicht füllen - dazu brauche es mehr. Für den diesjährigen Winter hingegen "schaut's ganz gut aus".

Für die Befüllung der Gasspeicher im nächsten Jahr ist für den für den ehemaligen Chef der E-Control und Berater der Bundesregierung, Walter Boltz, mehr notwendig als das Gas aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Grund dafür sei, dass LNG ziemlich ausverkauft sei und die Steigerung der Produktion zwei bis drei Jahre dauere. Bei dem, was aus den Emiraten nach Österreich geliefert werden soll, handle es sich deshalb mehr um eine "symbolische Menge", so Boltz.

Vorbereitung auf 2023 enorm wichtig

Vielmehr müsse man, um die Speicher auch im nächsten Jahr wieder aufzufüllen, "im ersten Halbjahr 2023 möglichst viel Gas nach Europa bringen" und "die Gasnutzung bei der Stromerzeugung nicht ausufern lassen", denn je mehr Gas für die Verstromung genutzt werde, desto weniger bliebe dann für das Heizen.

Gerade im nächsten Jahr sei die Bemühung zum Einsparen "ganz ganz wichtig", um ohne drastische Maßnahmen über den Winter 2023/24 zu kommen. Denn mit den deutlich reduzierten Liefermengen aus Russland werde die Befüllung der Speicher " ziemlich schwierig werden". Zudem müsse man davon ausgehen, dass die Russen irgendwann gar nicht mehr liefern.

Für diesen Winter "schaut's ganz gut aus"

Für diesen Winter zeigt sich Boltz aber zuversichtlich - "in Summe schaut's ganz gut aus". Das liege vor allem daran, dass der "Gas-Verbrauch tatsächlich zurückgegangen ist." Seit Sommer habe die Industrie aufgrund der Preissteigerungen ca. 20 bis 25 Prozent eingespart. Wie der Verbrauch bei den Haushaltskunden ist, werde man sehen. Aber an sich sollte man "mit Appellen und Anreizen schon über den Winter kommen". Dazu trage auch bei, dass die Speicher in Europa so voll sind, wie sie eigentlich in den letzten Jahrzehnten fast nie waren, erklärt Boltz.

Mit den hohen Strom und Gaspreisen werde man sich aber auch "die nächsten zwei bis drei Jahre" konfrontiert sehen.

Maximilian SperaQuelle: Redaktion / msp