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US-Notenbank Fed hebt Leitzins um 0,75 Prozentpunkte an

27. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins erneut kräftig angehoben. Der Zins steigt um 0,75 Prozentpunkte und liegt jetzt in einer Spanne von 2,25 bis 2,50 Prozent.

Das gab Fed am Mittwoch in Washington bekannt. Analysten hatten diesen Schritt überwiegend erwartet. Bereits im Juni hatte die Notenbank das Zinsniveau um 0,75 Prozentpunkte erhöht.

In diesem Jahr hat die Fed den Leitzins bereits vier Mal angehoben. Zu Jahresbeginn hatte der Leitzins noch in einer Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent gelegen. Hintergrund der deutlichen Straffung ist die sehr hohe Inflation. Im Juni erreichte sie mit 9,1 Prozent den höchsten Stand seit gut 40 Jahren.

Die Fed geht im Kampf gegen die grassierende Inflation in einem Tempo voran wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Für die Zentralbanker ist die straffe Geldpolitik nicht ohne Risiko - sie müssen aufpassen, dass sie das Wirtschaftswachstum nicht zu sehr ausbremsen. Der erneut ungewöhnlich große Zinsschritt schürt die Angst vor einer Rezession.

"Ich glaube nicht, dass sich die USA derzeit in einer Rezession befinden", betonte Fed-Chef Jerome Powell in einer Pressekonferenz. "Und der Grund dafür ist, dass es einfach zu viele Bereiche der Wirtschaft gibt, die sich zu gut entwickeln." Powell stellte aber weitere Erhöhungen in Aussicht. Dabei schloss er auch einen noch größeren Zinsschritt nicht aus, wenn dies "angemessen" sei.

Hohe Inflation

Erst im Juni hatte die Fed den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte angehoben. Es war der größte Zinsschritt seit 1994, also seit fast 30 Jahren. Für gewöhnlich zieht es die Fed vor, den Leitzins in Schritten von 0,25 Prozentpunkten anzuheben. Insgesamt ist es die vierte Erhöhung des Leitzinses in diesem Jahr und seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie. Der Druck auf die Notenbank ist groß: Die Teuerungsrate in den USA ist mit 9,1 Prozent so hoch wie seit rund vier Jahrzehnten nicht mehr.

Erhöhungen des Leitzinses durch die Notenbank verteuern Kredite und bremsen die Nachfrage. Das hilft dabei, die Inflationsrate zu senken, schwächt aber auch das Wirtschaftswachstum. Das dürfte auch eine höhere Arbeitslosenquote zur Folge haben. Diese liegt mit 3,6 Prozent aktuell in den USA auf sehr niedrigem Niveau: Nach Angaben des Arbeitsministeriums waren im Juni etwa 5,9 Millionen Menschen ohne Job. Vor Ausbruch der Corona-Pandemie im Februar 2020 waren es 5,7 Millionen gewesen. US-Präsident Joe Biden brüstet sich mit den niedrigen Zahlen und wertet sie als Erfolg für seine Regierung.

Quelle: Agenturen / koa