BMW Group Werk Steyr

Ukraine-Krieg: BMW stoppt Produktion in Grazer Werk ab Montag

10. März 2022 · Lesedauer 2 min

Ab Montag wird die Produktion der BMW-Modelle im Grazer Magna-Werk für zwei Wochen komplett eingestellt.

Ursache sind fehlende Kabelbäume aus der Ukraine, hieß es am Donnerstag gegenüber der APA. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in der Zeit Urlaube oder Überstunden aufbrauchen, manche werden auch über Kurzarbeit zu Hause bleiben. Ob es nach den zwei Wochen wieder weitergeht, ist noch nicht gesichert. In Graz wird der BMW 5er und der Z4 gebaut.

Der Zusammenbau der beiden Jaguar Modelle E-Pace und I-Pace verlaufe dagegen nach Plan und sei "von der Ukraine-Krise nicht betroffen", hieß es auf APA-Nachfrage seitens eines Sprechers. Die entsprechenden Fahrzeugteile würden laut dem britischen Autobauer aus "anderen Weltgegenden" bezogen, weshalb sich der Krieg in der Ukraine nicht auswirke.

Mercedes will Lage beobachten

Bei Mercedes dagegen hieß es, dass man sehr wohl mit Zulieferern aus der Ukraine zusammenarbeite und verschiedene Komponenten für die Fahrzeugproduktion beziehe. "Wir beobachten die Situation genau und sind in engem Kontakt mit unseren Lieferanten, um gemeinsam intensiv an Lösungen zur Absicherung unserer Lieferketten zu arbeiten. Dazu gehört u. a. auch die Verlagerung von Produktionsumfängen an andere Standorte unserer Zulieferer", hieß es auf Nachfrage der APA aus Stuttgart.

Mit Flexibilität in den Mercedes-Werken versuche man Ausfälle bestmöglich zu vermeiden. "Aufgrund der aktuellen Situation passen wir ab der kommenden Woche vorübergehend die Schichtplanung in einzelnen Werken an", hieß es weiter. Welche Standorte konkret betroffen sind, wurde nicht gesagt. Die G-Klasse in Graz dürfte es wohl eher nicht sein. Wie man aus dem Unternehmen hört, laufe der "G" wie eh und je vom Band. Die Nachfrage nach dem Modell sei ungebrochen. Lange Wartezeiten gab es schon vor den Halbleiter-Engpässen.

Papierfabrik drosselt Produktion

Die Papierfabrik Norske Skog im obersteirischen Bruck/Mur drosselt ihre Produktion offenbar wegen der hohen Gaspreise. Der Betrieb sei derzeit nicht leistbar, hieß es in einer Aussendung, deshalb werde ein vorübergehender Stillstand eingeleitet. Wie lange dieser dauern sollte, wurde nicht gesagt, es könnte rund ein Monat sein: Man setze Hoffnungen in die neue sparsame Kesselanlage, die mit April in Betrieb gehen solle. Im Werk sind rund 400 Menschen beschäftigt.

Quelle: Agenturen / koa