APA - Austria Presse Agentur

Swarovski-Chefs geben Rücktritt bekannt

30. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Sowohl CEO Robert Buchbauer als auch Finanzchef Mathias Margreiter werden ab 1. Oktober ihre Führungsrollen niederlegen. Ihre Funktionen als Mitglieder des Verwaltungsrats sollen beide jedoch weiterhin ausüben.

Es sind bahnbrechende Neuigkeiten für den Tiroler Kristallkonzern Swarovski: Sowohl CEO Robert Buchbauer als auch Finanzchef Mathias Margreiter erklärten am Donnerstag um 12.15 Uhr in einem internen Meeting ihren Rückzug aus dem Unternehmen mit 1. Oktober, wie "Der Standard" berichtet. Vorangegangen sind diesen Entscheidungen ein öffentlicher geführter Streit über die weitere Ausrichtung des Unternehmens. Swarovski ist seit seiner Gründung 1895 ein Familienkonzern - auch Buchbauer und Margreiter sind Familienmitglieder. Nun soll ein Personalberater erstmals externe Manager mit der Leitung des Unternehmens beauftragen. Geschehen soll das bis Jänner 2022. 

Schlechte Geschäfte und interner Zwist

Die Zahlen des in Wattens angesiedelten Unternehmens sind schon seit einiger Zeit besorgniserregend. Seit dem Frühjahr 2019 sank die Zahl der Mitarbeiter weltweit von 26.000 auf 18.000 Personen, der Umsatz brach dabei von 2,7 Milliarden Euro auf 1,7 Milliarden Euro ein. Dies negativen Schlagzeilen gipfelten 2020 in einem öffentlich geführten Familienstreit. Konkret wehrte sich dabei ein Teil der Gesellschafter gegen die Strukturreform, die der scheidende CEO Robert Buchbauer durchführen wollte. Zudem wurde von Seiten der Widersacher immer wieder die "Doppelrolle" von Buchbauer und Finanzchef Margreiter kritisiert. Die beiden waren sowohl im Management als auch im Verwaltungsrat tätig. 

Mit dem Rücktritt der beiden Chefs ist dieser Streit nun beigelegt. Mit 2022 werden erstmals in der Unternehmensgeschichte familienfremde Manager die Leitung übernehmen. Man brauche Expertise und Impulse von außen, heißt es aus Familienkreisen. 

Buchbauer und Margreiter bleiben Teil des Verwaltungsrats 

Der CEO und der Finanzchef kehren dem Unternehmen allerdings nur teilweise den Rücken. Sowohl Buchbauer als auch Margreiter bleiben Teil des Verwaltungsrats. Jener Rat soll im Zuge eines "Transformationsprozess neu konstituiert werden". Zu den fünf Familienmitgliedern sollen zwei bis vier unabhängige Räte hinzugefügt werden.

Zangerl begrüßt Maßnahmen

Tirols Arbeitskammerpräsident Erwin Zangerl begrüßt den Rückzug der Chefetage: Man ziehe bei Swarovski nun "nach massivem Job-Abbau, einer verfehlten Unternehmensstrategie und einem eskalierenden Familienstreit die Reißleine", teilte er mit. "Die Swarovski-Mitarbeiter waren seit über einem Jahr Spielball einer planlosen Geschäftsführung", meinte er.

Erst am Donnerstag geriet der Konzern in die Schlagzeilen, nachdem bekannt wurde, dass man sich von seiner hauseigenen Fluglinie Tyrolean Jet Services (TJS) trennen will.

Maximilian PatakQuelle: Redaktion / mpa