Schellhorn: "Erwarte mir Gerechtigkeit"

24. Okt. 2022 · Lesedauer 3 min

Der Hotelier und Gastronom Sepp Schellhorn spricht im Newsroom LIVE über die Causa Schmid - und erklärt, warum er als Unternehmer ständig Steuerprüfungen über sich ergehen lassen musste.

Thomas Schmid wird am 3. November im ÖVP-U-Ausschuss aussagen. Der Unternehmer Sepp Schellhorn rechnet damit, dass Thomas Schmid dort die Wahrheit sagen werde. Das erklärt er im Newsroom LIVE bei PULS 24 Anchorwoman Sabine Loho. "Warum sollte Schmid jetzt noch einmal lügen?", fragt er. "Damit würde er sich selbst noch ein Bein stellen." Er rechne damit, dass Thomas Schmid es "ernst" meine und "reinen Tisch machen" werde.

In Thomas Schmids Aussagen zeige sich, wie ungerecht unterschiedliche Unternehmer:innen behandelt werden würden, so Schellhorn.  Es gäbe eine "Drei-Klassen-Gesellschaft". Manche Unternehmer:innen, so auch er, hätten andauernd Steuerprüfungen über sich ergehen lassen müssen. Bei ihm seien diese Prüfungen in "einer Hülle und Fülle" aufgetreten, die "eigentlich atemberaubend" sei. Bei seiner letzten Prüfung wurde seinem Steuerberater mitgeteilt, er solle sich nicht an die Medien wenden, dann werde man "kulant" sein. Im Gegensatz dazu hätten sich andere im Finanzministerium einfach Rabatte aushandeln können. "Das hat mich wahnsinnig geärgert", betont Schellhorn. Viele dieser Überprüfungen seien aufgrund seiner politischen Tätigkeit durchgeführt worden.

"Wir müssen uns so schikanieren lassen", betont Schellhorn in Anspielung auf Ein-Person bzw. Klein- und Mittelunternehmen. "Und da oben richten es sich ein paar."

Rückkehr in die Politik?

Eine Rückkehr in die Politik schließt Schellhorn nicht aus, im Gegenteil: "Jeder, der so aktiv war wie ich, hat es in den Genen, der kann das nicht loslassen." Er habe nach seinem Ausscheiden ein halbes Jahr lang keine Zeitung gelesen, erst das Auftauchen der Chats – die "Schweinerein, die sich Schmid und Kurz hin- und her gechattet haben" – habe ihn wieder zurückgebracht. "Ein gewisses Maß an Unternehmertun sollte im Nationalrat sitzen", erklärt er.

Teuerung

Die Teuerung ist ein großes Thema für Schellhorn. Während es vor 20 Jahren möglich gewesen sei, sich mit nur einem Gehalt ein Eigenheim zu bauen, würden Menschen nach der Pandemie nicht einmal mehr ihre Fixkosten decken können. Die zentrale Frage hier sei: "Wie schaffen wir es, dass der Mitarbeiter mehr verdient, aber für die Unternehmer nicht mehr kostet?" Das Ziel der Politik müsse sein mehr Lohn für Arbeitnehmende aber gleichzeitig weniger Kosten für Arbeitgebende zu schaffen. "Als Unternehmer, der immer ungerecht behandelt worden ist und der sich nicht im Finanzministerium einen Rabatt aushandeln konnte, erwarte ich mir Gerechtigkeit", betont Schellhorn.

Quelle: Redaktion / mbe