OMV

OMV-Unfall: "Lücke" ist 23,85 Millionen Liter an Benzin, Diesel und Kerosin groß

29. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Während sich andere Unternehmen an den hohen Spritpreisen zurzeit eine goldene Nase verdienen, muss die OMV nicht nur zuschauen, sondern muss, bis die Reparaturen in der Raffinerie fertiggestellt sind, auch teuer zukaufen. Doch das Geld ist nicht das einzige Problem. Noch schwieriger ist wegen der russischen Sanktionen, Öl und Diesel überhaupt zu bekommen.

Die OMV produziert täglich 31,8 Millionen Liter Benzin, Diesel und Kerosin. Doch seit 19. April wird die Raffinerie gewartet, Anfang Juni wurde bei einer Druckprüfung am Ende der Generalüberholung die Hauptdestillationsanlage erheblich beschädigt. Laut "Presse" wurde die Außenhaut einer Destillationskolonne der Rohöldestillationsanlage zerstört. Repariert soll noch bis zum Ende des dritten Quartals - also bis spätestens Ende September werden. 

"Lücke" ist 150.000 Fass groß

Die Folge: Zurzeit "muss Österreich eine Lücke von mindestens 150.000 Fass Benzin, Diesel und Kerosin (23,85 Millionen Liter) am Tag füllen", wie der Gründer des Ölanalysehauses OilX, Florian Thaler, der "Presse" sagte. 

Logistik-Probleme

Die OMV will ihre laufenden Verträge erfüllen. Der Dieselbedarf wird zum Teil durch Zukäufe der rumänischen Raffinerie Petrobrazi gedeckt. Das reicht aber nicht aus, die OMV versucht deshalb, Lieferungen über die Häfen Triest und Koper zu bekommen. Denn nicht nur der Preis ist vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs ein Problem, sondern vor allem die Beschaffung selbst. 

Besonders bitter für die OMV ist, dass sich Raffinerien aktuell eine goldene Nase verdienen. Laut Energieexperte Johannes Benigni in der "Presse" verdienen Raffinerien wegen der Russland-Sanktionen zurzeit in einem Montag so viel wie sonst in einem halben Jahr.  Die OMV müsse zuschauen, während die anderen Geld scheffeln.  

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam