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OECD: Österreichs BIP schrumpft 2020 um 6,2 Prozent

10. Juni 2020 · Lesedauer 2 min

Weltweit wird ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 6 Prozent erwartet, in der Eurozone sogar um 9,2 Prozent.

Die Wirtschaftsleistung Österreichs dürfte heuer um 6,2 Prozent schrumpfen. Kommt es im Herbst zu einer zweiten Welle der Coronapandemie, dann könnte das Minus sogar 7,5 Prozent betragen. Zu dieser Erwartung kommt die OECD in ihrer am Mittwoch veröffentlichten Prognose. Erstmals in ihrer 50-jährigen Geschichte hat sie dabei zwei Szenarien gerechnet, sagte OECD-Experte Dennis Dlugosch zur APA.

Die Zahlen seien zwar heftig, aber in Europa kommen nur Norwegen, Dänemark und Luxemburg besser durch die Krise, so Dlugosch. Schweden, das im Kampf gegen den Coronavirus einen deutlich liberaleren Weg gewählt hat, dürfte trotzdem vor einem Wirtschaftsrückgang um 6,7 Prozent stehen und damit etwas schlechter abschneiden als Österreich.

Die schnelle Einführung der Kurzarbeit habe Österreich geholfen, sagt Dlugosch. Länder mit Kurzarbeit schneiden deutlich besser ab als andere, allerdings ist Österreich weniger erfolgreich als Deutschland und die Schweiz, weil die Wirtschaftsstruktur anders ist. Österreich hat besonders viel Bauwirtschaft und Fremdenverkehr, die von der Krise härter getroffen sind. Ein gutes Drittel der zusätzlichen Arbeitslosigkeit komme aus der Gastronomie und Beherbergung. Geholfen habe Österreich auch, dass das Land vor der Krise schwarze Zahlen schrieb, dadurch konnte nun ein größeres Rettungspaket geschnürt werden.

Rückgang der Weltwirtschaft um 6 Prozent - in der Eurozone um 9,1 Prozent

Weltweit ist mit äußerst schweren, lang anhaltenden Folgen für Menschen, Unternehmen und Staaten zu rechnen, schreibt die OECD in ihrer Wirtschaftsprognose. Die Weltwirtschaft dürfte um 6 Prozent schrumpfen.

Für die Wirtschaft der Eurozone sagt die Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit einen Rückgang um 9,1 Prozent voraus, mit zweiter Welle sogar um 11,5 Prozent. Das durchschnittliche Defizit dürfte auf 9,2 Prozent steigen, mit zweiter Welle auf fast 11 Prozent. Auch 2021 wird das Defizit noch über fünf Prozent liegen. Die Verschuldung wird über 100 Prozent steigen. In der Eurozone sind Frankreich, Italien und Spanien mit jeweils gut 11 Prozent Wirtschaftsrückgang besonders hart getroffen, sollte es eine zweite Pandemiewelle geben, geht die OECD in diesen Ländern von einem Rückgang um 14 Prozent aus.

Quelle: Agenturen / Redaktion / spe