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Nach Terror-Berichterstattung: Anzeigenstornos bei oe24.at

03. Nov 2020 · Lesedauer 2 min

Nach der Berichterstattung des Boulevardmediums "oe24" über den Anschlag in Wien kündigten mehrere Unternehmen einen Anzeigenboykott an. Darunter unter anderem Spar, Billa, Hofer und die ÖBB.

Der Lebensmittelhändler Billa war der erste Kunde, der über Twitter ihre Einstellung von ihre Werbeschaltungen auf Wolfgang Fellners "oe24.at" ankündigte. Auch "krone.at" wird boykottiert.

Beide Medien stehen in der Kritik, weil sie Videos von Schüssen auf Menschen bei dem islamistischen Terroranschlag am Montagabend in Wien gezeigt haben.

Im Laufe des Dienstagvormittags schloss sich auch Spar Österreich dem Werbeboykott an und stoppt seine Werbeanzeigen für Spar, Interspar und Hervis auf "oe24.at". 

Hofer hat am frühen Dienstagnachmittag angekündigt, sämtliche Werbemaßnahmen bei "oe24.at" einzustellen.

Auch die ÖBB hat auf die Berichterstattung reagiert und alle digitalen Werbekampagnen bis auf Weiteres gestoppt.

Die BAWAG hat sich mit deutlichen Worten von der Berichterstattung distanziert und alle Werbemaßnahmen bei "oe24.at" und "Österreich" eingestellt.

Auch bet-at-home, IKEA und der Autozubehörhändler Forstinger haben sich dem Anzeigenboykott angeschlossen. Lidl setzt bis auf Weiteres alle Werbemaßnahmen auf "oe24.at" und der "Kronen Zeitung" aus.

 

700 Beschwerden bei Presserat

Beim Österreichischen Presserat ging bis Dienstagvormittag 700 Beschwerden gegen die Berichterstattung von "oe24.at" und "Österreich" über die Anschläge in Wien ein. 

"Österreich"-Chef Wolfgang Fellner hält die Aufregung für "völlig überzogen". Gegenüber "Horizont" verteidigte er in einer Stellungnahme seine Handlungsweise. Sein Nachrichtenmedium habe nur gebracht "was überall im Internet zu sehen war" und verwies auf die Berichterstattung der "Krone" und der deutschen "Bild"-Zeitung.

Der Chefredakteur der "Kronen Zeitung", Klaus Herrmann, reagierte in einer schriftlichen Stellungnahme: "Wir haben uns nach internen Diskussionen in der Nacht entschieden, Tatvideos nach bestmöglicher technischer Entschärfung zu veröffentlichen, um die Bedrohungslage zu unterstreichen. Die Videos wurden heute Morgen nach der - vermuteten - Entspannung der Lage wieder offline genommen", hieß es gegenüber der "APA".

 

Der Artikel wurde am 03.11.2020 um 12:37 um den Werbeboykott von Hofer, um 13:03 Uhr um den Boykott der ÖBB und um 14:20 Uhr um den Anzeigenstopp der BAWAG  ergänzt.

Quelle: Redaktion / apb