Mattersburg-Bank: Doskozil räumt RMB-Überweisungsversuch ein

04. Aug 2020 · Lesedauer 2 min

Das Regionalmanagement Burgenland GmbH (RMB) habe doch versucht, kurz vor Schließung Geld abzuziehen.

Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat am Montagabend eingeräumt, dass die Regionalmanagement Burgenland GmbH (RMB) versucht hat, kurz vor Schließung der Commerzialbank (Cb) Mattersburg durch die Finanzmarktaufsicht Geld abzuziehen. Der Transferversuch sei aber nicht gelungen, so Doskozil in "Burgenland heute".

Am Vormittag noch "Lüge"

Am Montag Vormittag hatte der Landeshauptmann Berichte als "Lüge" bezeichnet, wonach die RMB, eine Tochtergesellschaft des Landes, noch vor der Bank-Schließung Geld abgezogen habe. Nach einem Gespräch mit dem RMB-Geschäftsführer am Nachmittag bestätigte Doskozil dagegen den Versuch der Behebung. Am Tag der späteren Schließung habe es bereits Gerüchte über die Bank bzw. über eine Selbstanzeige von Direktor Martin Pucher gegeben, argumentierte Doskozil. In dieser Situation hätten Personen auch fünf bis zehn Mio. Euro aus der Bank abgezogen. Der RMB-Geschäftsführer, der sein Unternehmen zu vertreten habe und auch für Steuergelder verantwortlich sei, habe es dann in den Abendstunden ebenfalls versucht.

Nachdem die Regierungsmitglieder durch die FMA von der Bankschließung informiert worden seien, habe es aber keine Hinweise durch diese Personen an die RMB gegeben, betonte Doskozil. Auch die Möglichkeit einer Abhebung habe dann nicht mehr bestanden.

Bilanzschaden laut Zeitung bei 690 Mio. Euro

Der Schaden durch den Bilanzskandal bei der burgenländischen Commerzialbank Mattersburg soll noch größer sein als bisher angenommen. Wie die Presse in ihrer Dienstag-Ausgabe berichtet, sollen rund 690 Mio. Euro fiktiven Krediten und erfundenen Guthaben zuzuordnen sein. Bisher war man von 300 bis 400 Mio. Schaden ausgegangen.

Bei einer Bilanzsumme von knapp 800 Millionen und tatsächlichen Einlagen von etwa 490 Millionen Euro, sei das eine gewaltige Größenordnung. Ein Großteil des Geldes sei in den nicht profitablen Betrieb der Bank geflossen sein.

Laut Wiener Zeitung (Dienstag) sollen auch immer mehr fingierte Kredite auftauchen. Bei der Auszahlung durch die Einlagensicherung, die bisher 370 Mio. Euro an rund 9.800 Kunden der Commerzialbank überwiesen hat, sollen Kunden erfahren haben, dass es bei ihnen neben Guthaben auch höhere fingierte Kredite gab. Man sei auf 30 bis 40 derartige Fälle gestoßen, sagte Stefan Tacke, Geschäftsführer der Einlagensicherung, zu der Zeitung.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe