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LWK-Wahl Vorarlberg: ÖVP dominiert weiter, FPÖ mit Plus

Heute, 16:45 · Lesedauer 3 min

Bei der Landwirtschaftskammerwahl in Vorarlberg ist der ÖVP-Bauernbund mit Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger stärkste Kraft geblieben, hat aber ein Mandat an die Freiheitlichen und Unabhängigen Bauern mit Robert Blum verloren. Damit verfügen die ÖVP-Bauern in den kommenden fünf Jahren über 15 der 19 Mandate in der Vollversammlung. Wermutstropfen war die neuerlich gesunkene Wahlbeteiligung von 36,72 Prozent (2021: 43,33).

Die Vorarlberger Bauernschaft hatte die Wahl zwischen zwei Gruppierungen. Der Bauernbund verlor bei den Land- und Forstwirten auf 77,28 Prozent der Stimmen, 2021 waren es noch 80,12 Prozent. Die FPÖ-Bauern legten auf 22,72 Prozent (2021: 19,88) zu. Bei den Dienstnehmern überzeugte der Bauernbund 75,26 Prozent (2021: 79,93), den Freiheitlichen gaben 24,74 Prozent ihre Stimme (2021: 20,07). In der Sektionsversammlung der Land- und Forstwirte hält der Bauernbund damit nun elf von 14 Sitzen, bei den Dienstnehmern vier von fünf. Zusammen bilden die Mitglieder der beiden Sektionen die Vollversammlung. Diese muss sich binnen drei Wochen nach der Wahl konstituieren und aus ihrer Mitte das dreiköpfige Präsidium wählen.

Zum Stichtag 1. September zählte die Sektion Land- und Forstwirte 12.882 Mitglieder, jene der Dienstnehmer 1.749. Der Aufruf, sich für eine starke Vertretung an der Wahl zu beteiligen, fruchtete nicht wie gewünscht: Die gesamte Wahlbeteiligung lag 2026 bei 36,72 Prozent und ging damit gegenüber 2021 (43,33 Prozent) neuerlich deutlich zurück. 2016 hatten noch über 50 Prozent der Wahlberechtigten am Urnengang teilgenommen. Die Wahl erfolgte von 21. Februar bis 6. März neuerlich ausschließlich per Brief.

Moosbrugger, seit 1999 Vorarlbergs Landwirtschaftskammerpräsident und seit Mai 2008 Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, sprach in einer Pressekonferenz von einer "deutlichen Bestätigung" und einem "klaren Arbeitsauftrag". Das Ergebnis zeige aber auch eine angespannte Stimmung angesichts zahlreicher Unsicherheiten: das künftige Agrarbudget der EU, die belastende Bürokratie und Vorarlberger Themen wie die Rinder-TBC. Dass die Wahlbeteiligung nicht höher ausfiel, schmerze, möglicherweise zeige sich darin aber auch die Zufriedenheit mit der Arbeit der Kammer, dass also kein Wunsch nach Veränderung da sei.

Freiheitliche freuten sich über Zugewinn

Erfreut "dass wir in Zukunft stärker sind", zeigte sich FPÖ-Spitzenkandidat Blum: "Wir haben unser Ziel erreicht, ein Plus bei Prozenten und Mandaten." Er lobte den Wahlkampf als sachlich und fair, man freue sich auf die weitere Zusammenarbeit. Die Wahlbeteiligung befand er als "absolut unzufriedenstellend", wenn es auch ein Phänomen sei, das auch bei anderen Kammerwahlen zu beobachten sei. Man müsse künftig alle Hebel in Bewegung setzen, um hier eine Besserung zu erreichen. Zu den aufkommenden Herausforderungen zählten beide Spitzenkandidaten auch die weitere Preisentwicklung infolge des Iran-Konflikts. "Das wird uns rasch betreffen", so Blum.

Zusammenfassung
  • Bei der Landwirtschaftskammerwahl in Vorarlberg bleibt der ÖVP-Bauernbund mit 15 von 19 Mandaten stärkste Kraft, verliert aber ein Mandat an die FPÖ, die nun auf 4 Mandate kommt.
  • Die Wahlbeteiligung fiel erneut und lag 2026 bei nur 36,72 Prozent, deutlich weniger als 2021 mit 43,33 Prozent und 2016 mit über 50 Prozent.
  • Der Bauernbund erreichte bei Land- und Forstwirten 77,28 Prozent und bei Dienstnehmern 75,26 Prozent der Stimmen, während die FPÖ auf 22,72 bzw. 24,74 Prozent kam.