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Inflation: Britische Supermärkte senken Preise - aber nicht aus Selbstlosigkeit

26. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Inflation durch die steigenden Energiepreise setzt auch Verbrauchern in Großbritannien stark zu. Einige Supermarktketten senken Preise für bestimmte Lebensmittel. Dahinter stecken allerdings mehr die Sorge um Marktanteile als Wohltätigkeit.

Gesteigene Energiepreise und Probleme bei den Lieferketten treiben auch die Preise in Großbritannien in die Höhe. Die Preissteigerungen, vor allem bei Lebensmitteln, bringen viele Haushalte so sehr unter finanziellen Druck wie seit den 1950er Jahren nicht mehr, berichtet etwa die Nachrichtenagentur Reuters.

Bereits vor den aktuellen Preissteigerungen hatte ein Viertel der britischen Haushalte laut einer öffentlichen Umfrage Schwierigkeiten, die Kosten für die alltägliche Grundversorgung zu bestreiten.

Zwei der größten Supermarktketten in Großbritannien, Asdo und Morrisons, haben angekündigt, aufgrund der anhaltenden Inflation jeweils Preise von Lebensmitteln einzufrieren oder gar zu kürzen. Die drittgrößte britische Kette Asdo will 73 Millionen Pfund (umgerechnet rund 87 Millionen Euro) investieren, um die Preise von 100 Lebensmitteln - vor allem frisches Gemüse, Obst aber auch Fleischprodukte - einzufrieren oder zu senken. Auch Morrisons will die Preise von 500 Waren bzw. Lebensmitteln senken.

Kampfum Marktanteile gegen deutsche Diskonter

Dahinter steht allerdings nicht Uneigennutz sondern vor allem Sorge um Marktanteile. Denn die großen Vier der britischen Supermarktketten - Tesco, Sainsbury, Asdo und Morrisons - kämpfen seit Jahren mit den deutschen Diskontern Aldi und Lidl. Diese erobern mit billigen Preisen immer mehr Marktanteile von den großen Ketten - unter anderem auch weil die Kauftkraft der britischen Haushalte immer weiter sinkt.

Morrisons liegt im höheren Preissegment, Asdo eher im unteren. Beide wollen die Preissenkungen mit neuen Eigenmarken - wie man sie auch hierzulande kennt - umsetzen.

Gleichzeitig kämpfen auch die britischen Supermärkte mit Personalmangel. Alle Ketten erhöhen deshalb aktuell ihre Löhne. Wie der "Guardian" berichtet, sind bei den Löhnen aktuell die deutschen Diskonter Spitzenreiter.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos