APA - Austria Presse Agentur

Gernot Blümel hat einen neuen Job bei Superfund

12. Jan 2022 · Lesedauer 4 min

Der ehemalige ÖVP-Finanzminister hat einen neuen Job. Er fängt als Chief Executive Officer (CEO) bei der Superfund Group an.

Mit einem Facebook-Video mit dem Titel "Es war mir eine Ehre" trat Finanzminister Gernot Blümel am 2. Dezember nach fast acht Jahren in der Spitzenpolitik zurück. Der vorangegangene Rücktritt von Sebastian Kurz und die Geburt seines zweiten Kindes hätten dazu geführt. 

Nun hat er einen neuen Job: Er "wird zum Chief Executive Officer (CEO) der Superfund Gruppe von Investmentunternehmen bestellt", heißt es in einer Aussendung der Superfund Asset Management GmbH. Der frühere Spitzenpolitiker soll in dieser Funktion ab März 2022 die Unternehmensgruppe mit Niederlassungen in Europa, den USA und Asien leiten und vor allem für "die internationale Expansion" zuständig sein. Blümel soll zwischen Wien, Tokio, Hongkong, New York, Vaduz und Zürich pendeln.

Wechsel in die private Finanzwelt

"Superfund ist eine bekannte Marke in der globalen Finanzwelt, die in Österreich gegründet wurde. Deshalb freue ich mich besonders, künftig mit engagierten Menschen rund um den Globus zusammen zu arbeiten, um diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben", wird Gernot Blümel in der Aussendung zitiert. 

Die Superfund Gruppe von Investmentunternehmen wurde 1995 von Christian Baha zuerst unter dem Namen "Quadriga"  in Wien gegründet. 1996 hat die Gruppe Hedge Fonds für Privatanleger zugänglich gemacht - die Fonds setzen auf vollautomatisierte Computer-Handelssysteme. 

Wer ist Christian Baha?

Blümels neuer Chef und Alleineigentümer von Superfund, Christian Baha, ist 53 Jahre alt, lebt angeblich in Monaco und soll Wohnsitze in New York, Los Angeles und Costa Rica sowie Schlösser in der Schweiz und in Niederösterreich haben. Er ist in einer Beziehung mit der ehemaligen Leichtathletikerin Stefanie Graf und hat zwei Kinder. Wegen seiner Freundschaft zu Regisseur Oliver Stone spielte er in den Filmen "Transformers 3" und "Wall Street: Geld schläft nicht" mit.

APA-FOTO: FRANZ NEUMAYR/MMV

Christian Baha mit Stefanie Graf bei den Salzburger Festspielen 2013.

Baha sponsert gerne Sportler - davon profitierten etwa Bode Miller und Mirna Jukic, aber auch der FC Pasching und die Kapfenberger Sportvereinigung. Zudem sponserte Baha den Umbau des Geburtshauses von Arnold Schwarzenegger in Thal zu einem Museum. In regelmäßigen Gastkommentaren in der "Kronen Zeitung" schwärmt der "Börsenexperte" für die Schweiz und ihre direkte Demokratie und schreibt da unter anderem: "De facto könnten wir Österreicher auch einen Sonderweg wie die Schweiz wählen oder einen Öxit". Österreich und Deutschland, Finnland und die Niederlande würden in der EU zu viel einzahlen müssen - erinnert an die Standpunkte Blümels als Finanzminister.

Ibiza, Gold und Thomas Schmid

Baha kam im Übrigen auch im Ibiza-Video vor: Dort berichtete der ehemalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, dass ihm der Superfund-Chef zum Goldkauf geraten haben soll. "Ein Drittel der Kohle" müsse man in Immobilien haben, ein weiteres in Fremd- oder Kryptowährungen und eben ein Drittel "in Gold und Silber", erklärte Strache im Ibiza-Video, laut "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk. Der "Standard" berichtete außerdem, dass Baha Strache ein Hundertwasser-Gemälde für sein Büro geliehen haben.

Auch privat hat Baha eine Vorliebe für Gold - 2017 stahlen zwei seiner Mitarbeiter mehr als 130 Kilogramm Gold- und Silbermünzen im Wert von 2,6 Millionen Euro, aus seinem Schloss in Niederösterreich. Sie wurden verurteilt, wie der "Kurier" berichtete.

Baha pflegte aber nicht nur Kontakt zu Strache sondern auch ins Finanzministerium, wie Chats mit dem damaligen Generalsekretär Thomas Schmid nahelegen: Im Oktober 2018, vor der Bestellung von Thomas Schmid zum ÖBAG-Chef, schrieb Baha an Schmid: "Bald bist der höchste Capitän bei der ÖBIB. Wie wärs im Jänner nach LA oder Palo Alto?". Schmid antwortet: "Klingt wie ein genialer Traum."

Rund um die Bestellung Schmids zum ÖBAG-Chef wird noch ermittelt. Schmid soll sich den Aufsichtsrat, der ihn zum Vorstand machte, selbst ausgesucht haben und die Ausschreibung selbst mitgestaltet haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: Redaktion / koa