Finanzminister Blümel tritt zurück

02. Dez 2021 · Lesedauer 2 min

An einem Tag, den die zweite Republik so noch nicht gesehen hat, tritt mit Finanzminister Gernot Blümel ein weiterer Spitzenpolitiker der ÖVP zurück.

Der Rücktritt von ÖVP-Klubobmann und Altkanzler Sebastian Kurz hat eine türkise Rücktrittswelle ausgelöst. Am Abend stellte Bundeskanzler Alexander Schallenberg sein Amt zur Verfügung. Nun folgt der Kurz-Vertraute Gernot Blümel nach.

In einem Facebook-Video mit dem Titel "Es war mir eine Ehre" blickt Blümel auf seine bald acht Jahre in der Spitzenpolitik zurück. Dabei kommt er insbesondere auf das vergangene Jahr zu sprechen, dass für ihn besonders schwer war. Die Morddrohungen gegen seine Familie, die in dieser Zeit passiert seien, habe er nicht vergessen können, sagt Blümel. 

Immer wieder habe er darüber mit seiner Frau gesprochen, aber nie eine endgültige Entscheidung getroffen. Die Geburt seines zweiten Kindes habe zu seinem Nachdenkprozess beigetragen, doch den Anstoß für seinen "endgültigen Beschluss" habe der nunmehrige Rücktritt Kurz' gegeben, so dessen langjähriger Weggefährte.

Mahrer übernimmt Wiener ÖVP

Blümel, gegen den die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in der Causa Casinos ermittelt, geht auch als Wiener Landesparteichef. Wie der "Kurier" berichtete, wird der Nationalratsabgeordnete Karl Mahrer vorerst die Landespartei anführen. Alle anderen Spitzenfunktionäre, darunter Klubchef Markus Wölbitsch und Geschäftsführerin Bernadette Arnoldner, bleiben im Amt. Bestellt wird Mahrer vom Landesparteipräsidium am Freitagnachmittag.

Nepp begrüßt "richtige Entscheidung"

Der Wiener FPÖ-Obmann, Stadtrat Dominik Nepp, bezeichnet den Rücktritt von Gernot Blümel in einer Aussendung als "späte, aber richtige Entscheidung". Er hinterlasse einen "Scherbenhaufen" in der Wiener ÖVP, die nicht mehr als "eine reine Mogelpackung" sei.

Quelle: Redaktion / apb