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Gazprom: Betrieb von Nord-Stream-Pipeline unsicher

13. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

azprom hat am Mittwoch Zweifel am Weiterbetrieb von Nord Stream 1 geäußert. Er könne den sicheren Betrieb einer "kritischen Anlage", die Teil der Nord Stream 1-Pipeline ist, nicht garantieren, da Zweifel an der Rückgabe einer Siemens-Turbine aus Kanada bestünden, teilte das Unternehmen mit.

"Gazprom verfügt über kein einziges Dokument, das es Siemens Energy erlaubt, eine Gasturbine aus Kanada ... für die Portovaya-Station zurückzubringen", heißt es darin, berichtet Reuters.

Das Unternehmen äußerte sich auf Twitter wie folgt:  "Gazprom verfügt über keine Dokumente, die es Siemens ermöglichen würden, das Gasturbinentriebwerk für die Portovaya CS aus Kanada zu holen, wo dieses Triebwerk derzeit repariert wird. Unter diesen Umständen erscheint es unmöglich, eine objektive Schlussfolgerung über die weiteren Entwicklungen im Hinblick auf den sicheren Betrieb der Portovaya CS zu ziehen, einer Anlage, die für die Nord-Stream-Gaspipeline von entscheidender Bedeutung ist."

Wie die dpa wiederum meldet kann der russische Energiekonzern eigenen Angaben zufolge keine Prognose zur Wiederinbetriebnahme der Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 abgeben, weil ihm dazu die nötigen Informationen fehlten.

Wartungsarbeiten

Im vergangenen Monat hatte Russland die Durchflussmenge auf 40 Prozent der Gesamtkapazität der Pipeline reduziert und dies mit der verspäteten Rückgabe der von Siemens Energy in Kanada gewarteten Anlagen begründet. Kanzler Scholz hatte technische Gründe für die Drosselung als vorgeschoben bezeichnet und Russland vorgeworfen, Gaslieferungen als politische Waffe einzusetzen. Die Regierung hatte mitgeteilt, dass man sich aber dennoch für die Auslieferung der Turbine eingesetzt habe, um Russland keinen Vorwand zu geben. Am Mittwoch dankte Scholz erneut der kanadische Regierung für ihre Entscheidung.

Reaktion von Siemens 

Ein Sprecher von Siemens-Energy sagte zu Reuters, dass die politische Entscheidung in Kanada für die Ausfuhrgenehmigung der Turbine ein notwendiger und wichtiger erster Schritt sei. "Aktuell arbeiten unsere Experten mit Hochdruck an allen weiteren formalen Genehmigungen und der Logistik", sagte er auf Anfrage. Dabei handle es sich unter anderem um Vorgänge, die der Export- und Importkontrolle unterlägen. "Unser Ziel ist es, die Turbine so schnell wie möglich zu ihrem Einsatzort zu transportieren."

Jan ForoboskoQuelle: Redaktion / foj