Flug-Chaos im Sommer: Wie bereit ist die AUA?

27. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Trotz anhaltenden Personalmangels und Ausfällen durch Corona-Erkrankungen sollen die Austrian Airlines mehrere langgediente Flugbegleiter:innen mit Abfindungen entlassen haben. Am Wochenende kam es bereits zu mehreren gecancelten Flügen. Die Airline versucht zu beruhigen.

Nach Angaben des österreichischen Luftfahrtmagazins "Austrian Wings" soll die Austrian Airlines (AUA) im Frühjahr etwa 50 länger im Unternehmen tätige Flugbegleiter:innen mit einem "Golden Handshake" – also eine Entlassung mit einer Abfindung – dazu gebracht haben, das Unternehmen zu verlassen.

Das Magazin hat mit Betroffenen gesprochen, welche sich über das "finanziell durchaus attraktive" Angebot wunderten. So haben im Frühjahr alleine gut 150 Flugbegleiter:innen gefehlt und die großen Sommerreisewellen würden erst bevorstehen. Außerdem könnte Corona auch weiterhin zu zahlreichen Ausfällen in der ohnehin schon dünnen Personaldecke führen.

AUA sieht sich vorbereitet 

In einem Statement der AUA meint die Fluggesellschaft, dass man sich gemeinsam "mit ihren Partnern bestmöglich für den Hochsommer und die Feriensaison vorbereitet" habe. Laut Unternehmensangaben wurden "150 Flugbegleiter:innen eingestellt". Von den zahlreichen Abgängen wird in der Aussendung nichts erwähnt.

Die AUA weist dennoch darauf hin, dass für "einen reibungslosen Flugbetrieb" auch auf das "Zusammenspiel aller Partner im In- und Ausland" notwendig sei. Um etwaige "Engpässe bei Flughäfen, Sicherheitskontrollen und anderen Systempartnern zu überbrücken" bzw. "das System zu entlasten" musste man am Wochenende zahlreiche "Anpassungen im Flugplan vornehmen".

Bereits Ausfälle am Wochenende 

Die "Anpassungen" führten am Samstag zu 52 und am Sonntag zu 42 ausgefallenen Flügen. Das Unternehmen empfahl Passagieren, sich zu erkundigen, ob der gebuchte Flug wie geplant stattfindet. Als Grund für die Probleme wurden "steigende Corona-Infektionen bei den Crews" genannt.

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Auch am Montag soll es laut AUA "19 Flüge von und nach Wien" geben, welche "aus dem Programm genommen bzw. mit anderen Flügen konsolidiert" werden. Nach eigenen Angaben möchte man versuchen, eine "größtmögliche Stabilität des Flugplans sicherzustellen". Vor allem "Streichungen" von "klassischen Ferienflügen" sollen verhindert werden.

Sollte es dennoch dazu kommen müssen, möchte die AUA versuchen diese mit anderen Flügen im Unternehmen der Lufthansa Group zusammenzufassen bzw. alternative Verbindungen anzubieten.

Nach eigenen Angaben werden alle Fluggäste über Änderungen "umgehend informiert und nach bester Möglichkeit auf andere Flüge umgebucht. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob diese Vorsätze auch in der Hitze des Gefechts zur Hauptreisesaison eingehalten werden können.

Flughafen Wien: "Gut aufgestellt für den Sommer" 

Der Flughafen Wien-Schwechat sieht sich in Sachen Personal "gut aufgestellt für den Sommer". Die Situation wird "dicht", so der Flughafen-Sprecher. Bei der Gewerkschaft glaubt man, "mit Ach und Krach" über die Runden zu kommen. Verzögerungen im Ausland könnten auf Wien überschwappen, darauf habe man keinen Einfluss, erklärt der Flughafensprecher. Zu Pfingsten, als Tausende Urlauber strandeten, habe man in Wien laut Kleemann jedenfalls keine Auswirkungen gespürt.

Welche Rechte Sie bei gestrichenen Flügen haben, lesen Sie hier.

Jan ForoboskoQuelle: Redaktion / foj