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Corona: Mehr als die Hälfte der Handelsbetriebe bedroht

10. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Coronakrise inklusive damit verbundene Einschränkungen trifft die heimischen Handelsunternehmen weiter hart. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Handelsbetriebe sehen laut einer aktuellen Umfrage des Handelsverbands ihre Existenz bedroht, 3 Prozent geben an, kurz vor der Schließung zu stehen.

Innerhalb der nächsten 6 Monate fürchten demnach 39 Prozent der Unternehmen, von Zahlungsunfähigkeit betroffen zu sein. Unmut herrscht in der Branche über die Abwicklung der Hilfen.

Hürden für Hilfen zu hoch

So zeigt sich nur rund ein Drittel (36 Prozent) der 122 befragten Handelsunternehmen mit der Abwicklung der Corona-Entschädigungen zufrieden. Kritik richtet sich dabei vor allem gegen den Ausfallsbonus III und den Verlustersatz: Diese Instrumente seien in vielen Fällen mit großen Hürden verbunden, ein Großteil der Unternehmen erfülle die Anspruchsvoraussetzungen nicht, hieß es in einer Aussendung des Handelsverbands.

"Mehr als zwei Drittel der Betriebe können trotz Lockdown nicht mal einen Ausfallsbonus oder Verlustersatz beantragen, weil sie die Voraussetzungen nicht erfüllen, obwohl sie in der umsatzstärksten Zeit des Geschäftsjahres 2021 insgesamt 20 Tage geschlossen halten mussten", erklärte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Ein Grund dafür seien die Bemessungszeiträume: So dauerten die Betretungsverbote im vierten Lockdown von 21. November bis 12. Dezember, die Berechnung des Ausfallsbonus orientiere sich aber an Kalendermonaten.

Will will "faire" Entschädigung

"Damit die Entschädigung für die Handelsunternehmen wirksam ist, sollte sich der Vergleichszeitraum auf den tatsächlichen Lockdown-Zeitraum beziehen und nicht auf einen monatsweisen Vergleich zurückgegriffen werden. Alternativ wäre auch eine Betrachtung von Monatsmitte zu Monatsmitte denkbar", forderte Will. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen laut Will zudem deutlich, dass es nun "faire und treffsichere Entschädigungen" brauche, um die "Liquiditätskrise im heimischen Handel" zu bekämpfen.

Die Bundesregierung habe den von der Coronakrise betroffenen Branchen mit Wirtschaftshilfen unter die Arme gegriffen und eine Insolvenzwelle verhindert, reagierte Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) in einer Aussendung. Dass jetzt weitere Öffnungsschritte erfolgten, sei gut und richtig. Davon werde auch der Handel profitieren, so der Minister weiter.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam