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Vasiliki Alexandri bricht mit Bronze Medaillenbann

12. Aug. 2022 · Lesedauer 4 min

Synchronschwimmerin Vasiliki Alexandri hat am Freitag ihren Medaillen-Bann gebrochen. Die 24-Jährige holte bei den Europameisterschaften in Rom in der technischen Kür mit persönlicher Bestnote Bronze und sorgte damit in der ersten Entscheidung mit OSV-Beteiligung im Stadio Nicola Pietrangeli für einen quasi perfekten Auftakt. Vasiliki Alexandri selbst hat am Sonntag in der Freien Kür noch eine Medaillenchance, ihre Schwestern Anna Maria und Eirini Marina zweimal als Duett.

Vasiliki Alexandri steigerte ihre Bestleistung um mehr als einen Punkt und durchbrach mit 90,0156 Zählern auch gleich die 90er-Marke. Es gewann die ukrainische Favoritin Marta Fiedina (92,6394) vor der Italienerin Linda Cerruti (90,8839). Die im WM-Bewerb vor ihr gelegene Evangelia Platanioti verwies Vasiliki Alexandri um mehr als einen Punkt auf Platz vier. Da die Griechin vor ihr geschwommen war, wusste sie schon um die gesteigerte Medaillenchance. "Ich bin sehr glücklich, ich kann es nicht glauben", jubelte die SU-Wien-Athletin über ihren Premieren-Podestplatz.

Dabei war sie am Wochenende mit Angina und 39,5 Grad Fieber nach Rom angereist, am Freitag trat sie mit einer Körpertemperatur von 37,7 Grad an. "Ich habe am Wochenende schon geglaubt, es ist aus. Ich habe drei Tage Training verloren, dann aber versucht, wieder ins Wasser zu gehen, damit ich das Wassergefühl habe." Und als es darauf ankam, packte sie ihre Topleistung aus. "Es war ihr bisher bester Wettkampf", lobte Coach Albena Mladenova.

Auch ihre Schwestern freuten sich mit, sie hatten das schon im Juli-Trainingscamp auf Mallorca kommen gesehen: "Unglaublich! Seit Mallorca haben wir gesagt, dass sie das schaffen kann." Sie fielen ihrer Schwester um den Hals, auch OSV-Sportdirektor Walter Bär und -Generalsekretärin Julia Powischer gratulierten. Mladenova hatte ihren Schützling noch auf dem Podium nach Aufleuchten der Bewertung in die Arme genommen. Der Applaus auf der Tribüne schon während der Präsentation kam nicht nur von österreichischen Fans, der Erfolg wurde der Tierliebhaberin vergönnt.

"Es macht mich sehr glücklich, dass sich so viele Leute mit uns freuen. Sie wollen es wirklich, weil wir es verdienen. Als ich aus dem Wasser gestiegen bin, sind mir die Tränen gekommen." Der Hintergrund ist, dass Vasiliki Alexandri bei ihren beiden fünften WM-Plätzen im Juni in Budapest unterbewertet zweimal Fünfte geworden war. Experten hatten das erkannt, ihr den nächstmöglichen Erfolg gewünscht. Alexandri hatte die Bewertung aber erst verdauen müssen: "Ich möchte mich bei meiner Familie entschuldigen, da ich nach der WM einen Monat so eine Art Depression hatte."

Es ist Österreichs achte EM-Medaille im Synchronschwimmen, die fünfte in Bronze. Im Vorjahr in Budapest war Vasiliki Alexandri als Vierte nur knapp am EM-Podest vorbeigeschrammt. "Diesmal wollte ich es so extrem für mich. Ich wollte besser als bei der WM sein." Noch vor der Siegerehrung hatte sie den Wunsch nach etwas Süßem. "Ich spüre, dass mein Körper das jetzt braucht." Für das Finale der freien Kür am Sonntag schöpfte sie nach Vorkampfrang vier neues Selbstvertrauen. "Ich hoffe, dass ich den dritten Platz holen kann. Bronze gibt viel Motivation und Selbstvertrauen."

Ihre beiden Drillingsschwestern waren am Vormittag im Vorkampf souverän in das Freitag-Finale (15.00 Uhr) in der Freien Kür eingezogen, sie liegen damit auf Silber-Kurs. Mit 92,6000 Punkten fehlten nur 0,2 Zähler auf die derzeitige Bestbewertung der zweifachen WM-Bronzemedaillengewinnerinnen von Budapest. Im Finale werden sie ihr Programm "Böse Puppen" zum letzten Mal schwimmen, in der neuen Saison wird Neues einstudiert. Noch am Freitag wurde ein Training für den letzten Feinschliff absolviert, denn Mladenova sah noch Optimierungsmöglichkeiten.

Im Anschluss an das Frauen-Finale gab es den ersten EM-Bewerb im Synchronschwimmen für Männer. Alle Teilnehmer wurden von Publikum frenetisch gefeiert und auch mit Medaillen belohnt. Denn zum Technik-Finale trat nur ein Trio an. Es gewann in seiner Heimatstadt der Italiener Giorgio Minisini vor dem Spanier Fernando Diaz und dem Serben Ivan Martinovic.

Quelle: Agenturen