APA - Austria Presse Agentur

Corona-Selbsttests ab Montag an Schulen im Einsatz

15. Jan 2021 · Lesedauer 3 min

Ab Montag kommen an den Schulen die neuen Corona-Selbsttests für Schüler und Lehrer zum Einsatz - aufgrund der verschobenen Rückkehr in den Präsenzunterricht allerdings nur eingeschränkt. Bei den "Anterio-Nasal-Tests" reicht ein einfacher Abstrich mit einem Tupfer im vorderen Nasenbereich, ein Ergebnis liegt nach rund 15 Minuten vor. Die Testungen sollen künftig einmal pro Woche jeweils am Montag am Programm stehen.

Am Wochenende beginnt die Auslieferung, am kommenden Montag bzw. spätestens am Dienstag sollen dann alle Schulen mit Testkits ausgestattet sein. Dort wird allerdings noch nicht im großen Ausmaß gebohrt. Volksschüler bekommen die Tests ohnehin immer nach Hause mit, um sie zusammen mit den Eltern zu machen. Bei den Unter-14-Jährigen ist außerdem zunächst eine Einverständniserklärung der Eltern vorzulegen, bevor gemeinsam getestet wird. Im Schnitt werden aufgrund der Umstellung auf Distance Learning an den AHS-Unterstufen und Mittelschulen derzeit auch nur ein bis zwei Kinder pro Klasse betreut.

Ab 25. Jänner, wenn laut aktuellem Plan alle Schüler im Schichtbetrieb wieder in die Klassen zurückkehren, soll der Ablauf ab der AHS-Unterstufe bzw. Mittelschule folgendermaßen funktionieren: Für den ersten Test bekommen die Kinder und Jugendlichen an der Schule eine Anleitung zur Handhabung des Tests etwa durch Videos oder geschultes Personal wie Schulärzte. Ab dem zweiten Durchlauf bekommen sie dann entweder die Tests zum Selbermachen nach Hause mit oder die Schule bleibt bei einer gemeinsamen Durchführung.

Der neue Test funktioniert recht simpel und soll aufgrund der Abnahme im vorderen Nasenbereich auch nicht schmerzhaft sein: Nach der Abnahme wird der Tupfer in einem Faltkarton mit einer Flüssigkeit beträufelt, der Karton anschließend zugeklappt. Innerhalb weniger Minuten erscheint dann das Ergebnis auf der Vorderseite. Bei einem positiven Resultat sind die Gesundheitsbehörden zu verständigen und ein PCR-Test durchzuführen.

Der Test ist freiwillig und kostenlos. Wer nicht teilnimmt, muss keine Konsequenzen fürchten und darf auch weiter am Unterricht teilnehmen.

Im ersten Durchgang nicht mit den Selbsttests beliefert werden übrigens die Berufsschulen und die Land- und Forstwirtschaftlichen Schulen (rund 115.000 bzw. rund 17.000 Schüler). In einem Schreiben des Bildungsministeriums werden diese um Verständnis gebeten und ersucht, vorerst die in den Bundesländern angebotenen Teststraßen zu nutzen. "Eine größere Menge an Bestellungen war bei der ersten Tranche nicht möglich", so die Begründung. Bei der zweiten Lieferung sollen aber auch diese Schulen die Testkits für ihre Schüler erhalten. Das soll in der nächsten Woche der Fall sein, wie es im Bildungsministerium am Freitag auf APA-Anfrage hieß. Insgesamt sollen bis Ende Jänner fünf Mio. Testkits geliefert werden.

Die SPÖ sieht unterdessen in einer parlamentarischen Anfrage an Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) Aufklärungsbedarf punkto Qualitätsprüfung und der Teststrategie. Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid merkt darin kritisch an, dass die Selbsttests noch nicht zertifiziert seien. Es könne jedoch nicht sein, dass Tests angewendet werden, die "nicht ausreichend geprüft sind und welche die notwendige Qualität nicht aufweisen". Neben der Qualitätsprüfung interessiert sich Hammerschmid auch für das Vergabeverfahren, die Kosten der Tests und die Frage, wie lange die Schulen (bzw. 1,13 Mio. Schüler) überhaupt mit den angekündigten fünf Millionen Tests auskommen sollen. Außerdem will sie wissen, ob Pädagogen das Unterrichten in Klassen mit ungetesteten Schülern verweigern können und ob überlegt wird, Schüler mit negativem Testresultat von der Maskenpflicht auszunehmen.

Quelle: Agenturen