Klopapierhersteller Hakle ist insolvent

06. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Der deutsche Hygienepapierhersteller Hakle hat aufgrund der stark gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten Insolvenz angemeldet und muss saniert werden.

Eine Sprecherin des Düsseldorfer Amtsgerichts hat verlautbart, dass das Traditionsunternehmen für Hygienepapier Hakle ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt habe. Geschäftsführer Volker Jung sagt gegenüber der "Lebensmittelzeitung": "Die Eigenverwaltung bietet uns die notwendige Flexibilität und Geschwindigkeit, um unseren Betrieb nachhaltig zu sanieren". 

"Massiv gestiegene Kosten"

Die "massiv gestiegenen Kosten für Material- und Energiebeschaffung sowie der Transporte" hätten bisher nicht ausreichend an Kund:innen weitergegeben werden können, klagt das Unternehmen.

Geschäftsführer Volke ist trotzdem überzeugt, dass das Unternehmen gestärkt aus der Krise kommen wird: "Wir sind zuversichtlich, dass diese Neuaufstellung in dieser herausfordernden Lage einer als historisch zu bezeichnenden Energiekrise gelingt". 

Geschäftsbetrieb wird weiterlaufen

Erste Stabilisierungsmaßnahmen wurden bereits eingeleitet. Die Löhne und Gehälter der rund 225 Mitarbeiter:innen seien durch das Insolvenzausfallgeld der Bundesagentur für Arbeit für die Monate September bis einschließlich November 2022 gesichert. Der Geschäftsbetrieb wird währenddessen weiterlaufen.

2020: Jahresüberschuss von 80 Millionen Euro

Im Geschäftsjahr 2020 hatte die Hakle GmbH laut Jahresabschluss einen Umsatz von knapp 80 Millionen Euro noch einen Jahresüberschuss von rund 650.000 Euro ausgewiesen.

Das Sanierungsverfahren ermöglicht die Sanierung und anschließende Fortführung eines insolventen Unternehmens. Dazu bestellt das Gericht ein Sanierungsverwalter. Schuldner können über das Vermögen verfügen und Rechtshandlungen vornehmen, stehen aber unter Aufsicht der Verwalter. Dieses Verfahren kann bereits eingeleitet werden, wenn die Situation der Zahlungsunfähigkeit droht. Dadurch steigt die Chance, das Unternehmen zu erhalten.

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz