Sturm und GAK forcieren gemeinsames Grazer Stadionprojekt
Jauk sprach in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ziesler von einem "historischen Tag" und einem "Meilenstein". Beide Vereine hätten "wochenlang sehr diskret und vertrauensvoll am gemeinsamen Ziel gearbeitet". Ziesler meinte, man habe "abseits der sportlichen Konkurrenz die bestmögliche Lösung gefunden. Jetzt hoffen wir auf politischer Ebene auf Unterstützung." Jauk ergänzte, man befinde sich mit den Entscheidungsträgern "in gutem, konstruktivem Austausch".
Für das Projekt präsentierten Sturm und der GAK "vier Eckpfeiler", die unter anderem vorsehen, dass man das Stadion gemeinsam als Eigentümer betreiben wolle - nach dem Vorbild von Rapid oder des LASK. Es soll eine gemeinsame Errichter- und Betreibergesellschaft gegründet werden, an der Sturm und der GAK zu jeweils 50 Prozent beteiligt sind. Durch diese Vorgehensweise sollten bereits bei der Errichtung Einsparungen im zweistelligen Millionenbereich erzielt werden, die sich im Betrieb fortsetzen, hieß es.
Ein konkreter Zeitplan für das Projekt wurde nicht genannt. Die finanzielle Situation der Stadt Graz, in der voraussichtlich im September ein neuer Gemeinderat gewählt wird, gilt als ebenso klamm wie jene des Landes Steiermark. Seitens des KPÖ-Finanzstadtrates Manfred Eber hieß es am Nachmittag, die Stadt sehe die gemeinsame Vorgehensweise der Vereine als wichtige Grundlage für weiteres Vorankommen rund um eine Lösung für das Stadion Liebenau. Es seien aber noch viele Fragen offen, insbesondere, wie der angekündigte Schulterschluss zwischen GAK und Sturm und in weiterer Folge mit Stadt und Land im Detail ausgestaltet werden soll.
Gespräch Politik-Vereine am Donnerstag
Am Donnerstag wird es ein bereits im Dezember vereinbartes Gespräch mit Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ), der Rathauskoalition und städtischen Spitzenbeamten mit den Vertretern der Vereine geben. Es soll nun erstmals ein "belastbares Betreiberkonzept von GAK und Sturm vorgelegt" werden, hieß es aus dem Büro von Eber. Grundsätzlich halte die Stadt an ihrer Zusage von 30 Millionen Euro für die Modernisierung des Stadions fest. Gleichzeitig ist die Stadt verpflichtet, mit öffentlichen Mitteln und Eigentum verantwortungsvoll und transparent umzugehen, so Eber. Der Grazer Sportstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) sagte laut einer Aussendung u. a., die Zeit des Auf- und Wegschiebens müsse jetzt vorbei sein. Er freue sich, dass es einen klaren gemeinsamen, zukunftsträchtigen Weg gebe, auf den die Vereine sich geeinigt haben. Jetzt sei Bürgermeisterin Elke Kahr in der Pflicht, endlich Nägel mit Köpfen zu machen.
Zusammenfassung
- Sturm Graz und GAK wollen das Liebenauer Stadion gemeinsam modernisieren und die Kapazität auf 20.000 Plätze erhöhen, wobei die Kosten auf 95 Mio. Euro geschätzt werden.
- Die Finanzierung soll je 37,5 Mio. Euro von Stadt und Land sowie 20 Mio. Euro von den Vereinen stammen, die zusammen eine gemeinsame Betreibergesellschaft mit je 50% Anteil gründen wollen.
- Am Donnerstag treffen sich Vertreter der Vereine mit der Grazer Stadtpolitik, um erstmals ein belastbares Betreiberkonzept vorzulegen, während die Stadt weiterhin 30 Mio. Euro für das Projekt zusagt, aber auf Transparenz und Verantwortung pocht.
